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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Mai 2020

Gemeinderat: Soziale Quartiersentwicklung

Gemeinderat billigt Konzept für stadtteilorientierte vielschichtige Bürgernähe

Den Status als soziale Stadt, Sozialraum und Quartiersarbeit möchte Karlsruhe über eine soziale Quartiersentwicklung stärken. Das Konzept bindet über Stadtteilnetzwerke etwa Bürgerschaft, Vereine, Projekte, Stadtteilkoordination, Einrichtungen (wie Bürger- / Familienzentren, Elterncafés, Begegnungsstätten) und Schlüsselpersonen ein.

Im Gemeinderat fand die mit Stadtteilentwicklungskonzepten verbundene Vorlage klar mehrheitliche Zustimmung. „Im Stadtteil bildet sich die gesellschaftliche Vielfalt ab. In unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen sind kurze Wege und Angebote im unmittelbaren Wohnumfeld von besonderer Bedeutung”, heißt es darin wegweisend. Bedarfsorientiert und möglichst barrierefrei soll die neue Struktur etwa Familien, Älteren und Alleinwohnenden gerecht werden.

Nachbarschaftshilfe, die im Zuge der Corona-Krise Zulauf erfuhr, geht wie Kinderbetreuung, Bürgernähe und Armutsbekämpfung mit der sozialen Quartiersentwicklung einher. Die Stadtteilkoordination soll ausgebaut, zugleich über sechs Planungsgebiete mit je mehreren Stadtteilen effizienter werden.
Für die Grünen dankte Verena Anlauf der Sozial- und Jugendbehörde, unterstrich Konzeptbegriffe wie sorgende Gemeinschaft und Verantwortungsbereitschaft.

„Wir haben in den Stadtteilen lebendige Nachbarschaftsakteure.“ Dr. Thomas Müller (CDU) würdigte „eine gute Sache“ und betonte: „Wichtiger Schlüsselfaktor ist die Nähe zum Wohnort.“ Seitens der AfD erklärte Dr. Paul Schmidt: „Wir halten die Idee für gut, aber sind mit der Umsetzung nicht einverstanden.“

Einschränkungen der Bürgervereine und ein Rückgang des Engagements seien zu befürchten. Hingegen erwartet die SPD mit Yvette Melchien, „dass zukünftig die vielfältige Arbeit der Ehrenamtlichen durch Hauptamtliche gestärkt werden kann“. OB Dr. Frank Mentrup versicherte, das Konzept sei mit den Bürgervereinen abgestimmt – und: „Die Entwicklung muss aus dem Quartier kommen, aber professionell betreut werden.“ -mab-

 
 

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