Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2020

Artenvielfalt: Wieder mehr Störche

NACHWUCHS: Auf dem Verwaltungsgebäude des Zoos fühlt sich eine Storchenfamiliemit ihrem Nachwuchs wohl. Foto: Daubner

NACHWUCHS: Auf dem Verwaltungsgebäude des Zoos fühlt sich eine Storchenfamiliemit ihrem Nachwuchs wohl. Foto: Daubner

 

Brut reicht aber noch nicht aus / Viele Gefährdungen

Die Störche sind seit einigen Wochen aus ihren Winterquartieren zurück – sofern sie überhaupt dort waren. Denn viele blieben wegen der milden Winter und des dadurch reichlich vorhandenen Futters gleich in Mitteleuropa. Weißstörche können auch mitten in Karlsruhe beobachtet werden: So findet sich auf dem Verwaltungsgebäude des Zoos ein Storchenhorst.

Auch weiter im Westen in Knielingen, nahe der Kolbengärten wird fleißig geklappert, ebenso rund um den Bauhof in Neureut und im Naturschutzgebiet Fritschlach beim Sportschützenverein Daxlanden. In Neureut haben Störche Horste auf abgebrochenen Pappeln und einem stationären Kran gebaut.

Die Zahl der Störche ist in den letzten Jahrzehnten wieder gut angewachsen. Aber der Bruterfolg in Deutschland reicht immer noch nicht aus, um die natürlichen Verluste auszugleichen. Lebensraumverlust und damit verbundener Nahrungsmangel sowie Pestizideinsatz sind hierzulande die Hauptgefährdungen für die Störche, ebenso wie in den Überwinterungsgebieten. Oft kollidieren insbesondere Jungstörche mit Stromleitungen und sterben daran. Der Horst ist der Nistplatz der Weißstörche Diesem bleiben die Störche sehr gerne treu. Meistens kommt das Männchen dort als erstes an, verteidigt den Horst gegen andere Konkurrenten und wartet auf ein Weibchen.

Da die Störche jedes Jahr versuchen, den Horst des Vorjahres wieder zu besetzen, kann es sein, dass auch dieselbe Paarung wie im Jahr zuvor zustande kommt. Die Brut beginnt im April und dauert circa 30 Tage, wobei sich die beiden Elterntiere mit der Bebrütung abwechseln. Die anschließende „Nestlingszeit“ dauert in etwa 60 Tage. Ende August ziehen die Störche wieder Richtung Süden, wobei die Jungstörche ein bis zwei Wochen früher als die Altvögel starten.

Die Störche aus Südwestdeutschland nehmen traditionell die Westroute, überqueren das Mittelmeer bei Gibraltar und überwintern in Westafrika oder im südlichen Portugal und Spanien. Immer öfter wird beobachtet, dass die Störche ihre Zugrouten verkürzen und die Winter auf der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika verbringen, oft in der Nähe menschlicher Ansiedlungen, vor allem an Mülldeponien.

Weitere Informationen zur biologischen Vielfalt in Karlsruhe unter www.karlsruher-naturkompass.de

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe