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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2020

Bevölkerungsentwicklung: Corona bremst Zuzüge ab

EINFLUSS: Auch die Entwicklung  der Bevölkerungszahl Karlsruhes stand im März im Zeichen der Corona-Pandemie. Foto: Fränkle

EINFLUSS: Auch die Entwicklung der Bevölkerungszahl Karlsruhes stand im März im Zeichen der Corona-Pandemie. Foto: Fränkle

 

Die Zahl der Karlsruherinnen und Karlsruher ist gesunken

Die im März in Kraft getretenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens als Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie wirken sich auch spürbar auf die Entwicklung der Bevölkerung in Karlsruhe aus. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner der Fächerstadt ist im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Eine soeben veröffentlichte Studie der Statistikstelle des Amts für Stadtentwicklung gibt die Zahl der Menschen, die Ende März in Erst- oder Zweitwohnung in Karlsruhe lebten, mit 306.756 an, Ende März vergangenen Jahres waren es 309.198, zum Jahreswechsel hatte die Fächerstadt 308.625 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt.

Verantwortlich für das temporäre negative Wachstum machen die Statistiker vor allem den Einbruch beim zuvor traditionellen Wanderungsgewinn, der sich aus dem Vergleich der Zahlen von Zu- und Wegzügen errechnet. Corona und die damit verbundenen Reisebeschränkungen bremsten die Zuzüge ab: Die Zahl der aus dem Ausland neu hinzugezogenen Karlsruherinnen und Karlsruher sank von 2.426 im ersten Quartal 2019 auf 1.903 im Vergleichszeitraum dieses Jahres.

Aber auch die sonst zu Beginn des Sommersemesters registrierten Anmeldezahlen aus dem Inland fielen nicht zuletzt wegen der durch die Pandemie bedingten Umstellungen im Hochschulbetrieb spürbar niedriger aus als von Januar bis März 2019. Damals kamen 2.680 Neubürgerinnen und Neubürger mit deutschem Pass in die Fächerstadt, 618 mehr als im ersten Quartal dieses Jahres (2.062).

Einbruch bei Jungen

Der aktuelle Rückgang bei den Zuzügen, der bei Deutschen und Ausländern zusammen einen Wert von minus 40 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019 beträgt, schlägt sich in den einzelnen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich nieder. So ging etwa die Zahl der zuziehenden Deutschen im März 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat mit einem Minus von 48 Prozent stärker zurück als die der Zuziehenden ohne deutschen Pass (minus 35,8 Prozent). Bezogen auf die Altersstruktur erlebte Karlsruhe den größten Einbruch bei jungen Menschen. Nur halb so viele Personen im Alter von 15 bis 25 Jahren wie zur gleichen Zeit im Vorjahr (minus 52,9 Prozent) zogen im März 2020 neu in die Fächerstadt.

Der Rückgang bei den Wegzügen fiel mit einem Wert von 16 Prozent deutlich geringer aus als der bei den Zuzügen. Und zeigt in einzelnen Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Trends: Bei den Wegzügen ins Inland verzeichnete die Stadt im März 2020 einen Rückgang von 29,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Wert bei der Zahl der Wegzüge ins Ausland stieg hingegen um 20,6 Prozent. Besonders deutlich zeigen sich die Verluste aus den Wanderungsbewegungen an der Gruppe der Chinesinnen und Chinesen. Im März erreichte das Zuzugsvolumen aus der Volksrepublik mit 28 Personen nur ein Viertel des Vorjahreswerts, während sich die Zahl der Wegzüge (172) mehr als verdoppelte.

Neben der Wanderungsbewegung hat auch die Bilanz aus Geburten und Sterbefällen mit einem zusätzlichen Sterbeüberschuss zum Rückgang der Bevölkerungszahl beigetragen. Im ersten Quartal 2020 lag die Zahl der Geburten mit 590 um 59 niedriger als die im Vergleichszeitraum des Vorjahres (649), die der Sterbefälle lag mit 785 dagegen um 41 höher als im ersten Quartal 2019. Weitere Infos: www.karlsruhe.de/statistik. -trö-

 
 

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