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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2020

Mahdkonzept: Streifen und Inseln

STREIFENMAHD  zeigen Klaus Weindel, Bettina Lisbach und Angelika Elsner  auf dem Edeltrudtunnel. Inselmahd wird in der Waldstadt, Bulach oder im Technologiepark getestet. Foto. Fränkle

STREIFENMAHD zeigen Klaus Weindel, Bettina Lisbach und Angelika Elsner auf dem Edeltrudtunnel. Inselmahd wird in der Waldstadt, Bulach oder im Technologiepark getestet. Foto. Fränkle

 

Förderung von Artenvielfalt durch neues Mahdkonzept

Auf städtischen Wiesen soll Artenvielfalt noch mehr gefördert werden. Zugrunde liegt ein neues Mähkonzept, das Bürgermeisterin Bettina Lisbach am 18. Mai vorstellte. Getestet wird nun bis August, wie sich ein Mahdregime bewährt, bei denen Inseln aus Gras und blühenden Wiesenkräutern stehen bleiben oder Streifen abwechselnd geschnitten werden.

Dazu kommen noch Mahdmuster für Alleen.  Damit soll dem dramatischen Insektensterben – seit Ende der 1980er-Jahre sind 75 Prozent der Insektenmasse verschwunden-  entgegen gewirkt werden. Denn sie sind „wichtig als Nahrung für andere Tiere und für die Bestäubung“, so Lisbach. Geprägt habe, so Natur- und Landschaftspflegerin  Angelika Elsner vom Gartenbauamt (GBA) ihr Konzept das „Verständnis der Lebensgemeinschaften  von Pflanzen und Tieren und ihrer verschiedenen Ansprüche an Lebensräume“. So bevorzugen Goldschrecken und das Heupferd hohes Grasland. Dagegen fühlt sich der Gemeine Grashüpfer eher im kurzrasigen Wiesenbereich wohl. Manche Vogelarten jagen lieber auf gemähten Wiesen Insekten - besonders in der Brutsaison, was deren Erfolg beeinflusst.

Pflanzen reagieren je nach Mahdform unterschiedlich. Das kann zu anderen Artenzusammensetzungen der Wiesen führen. Je vielfältiger also deren Strukturen, desto artenreicher sind sie.  Das belegen Aufzeichnungen der kleinteilig gestalteten Landwirtschaft um 1900. Damals erlebte die Artenvielfalt ihren Höhepunkt. „Wichtig ist außerdem zur Unterstützung der Arten die Vernetzung unserer Wiesen. Zudem muss diese Kulturlandschaft durch Mähen vor Verbuschung geschützt werden, ergänzte GBA-Chef Klaus Weindel.  -cal-

 
 

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