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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Juni 2020

CSD: Flagge zeigen für Vielfalt

CSD betont Community-Zusammenhalt / OB Mentrup besorgt um Menschenrechte in Polen

Anstelle von Parade und Familienfest tritt wegen der Corona-Krise beim diesjährigen Christopher Street Day (CSD) am Samstag, 6. Juni, ab 16 Uhr ein virtueller „Live-CSD“. Unter dem Motto „Queer Enough! United We Stand“ werden künstlerische und politische Beiträge präsentiert, unter anderem ein Interview mit Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Betont wird vor allem der Zusammenhalt innerhalb der queeren Community. Zudem wird das Beispiel eines Karlsruher Arztes, der Homo- und Transsexualität als Krankheiten bezeichnete, als Symptom bestehender Ressentiments thematisiert.

Sorge um Menschenrechte

Wie sich diese politisch manifestieren, zeigt aktuell Polen. Seit Anfang 2019 haben sich dort rund 100 Bezirke, Landkreise und Gemeinden zu „LGBTI-freien Zonen“ erklärt oder Erklärungen verabschiedet, in denen Menschen der LGBTI-Gemeinschaft „diskreditiert sowie diskriminiert und damit in ihren Menschenrechten verletzt werden“, wie OB Mentrup in einem Schreiben zum internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai verdeutlichte. Dieses hatte er als Präsident der Deutschen Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) an die dortigen Verantwortlichen Andrzej Porwawski und Rudolf Borusiewicz adressiert.

Die Diskriminierung widerspreche dem „Unions- und Völkerrecht“, betonte Mentrup weiter und appellierte daran, „für Maßnahmen zu werben, die die soziale Akzeptanz gegenüber der LGBTI-Gemeinschaft erhöhen sowie Entschließungen, in denen die Rechte von LGBTI-Personen angegriffen werden, aufzuheben“. Den Appell für Akzeptanz trägt Karlsruhe mit. Wie schon am 17. Mai werden nun auch am 6. Juni an verschiedenen Stellen in der Innenstadt Regenbogenfahnen gehisst, um „Flagge zu zeigen“ gegen Diskriminierung. -gem-

 
 

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