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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Juni 2020

Hauptfriedhof: Ein naturnahes Gräberfeld

Das neue Naturgrabfeld „Kerzenhain“ mit einer Kerze aus 150 Jahre altem Eicheholz stellten (v.l.) Friedhofchef Matthäus Vogel, BM Bettina Lisbach und Künstler Michael Maurer vor. Foto: Knopf

Das neue Naturgrabfeld „Kerzenhain“ mit einer Kerze aus 150 Jahre altem Eicheholz stellten (v.l.) Friedhofchef Matthäus Vogel, BM Bettina Lisbach und Künstler Michael Maurer vor. Foto: Knopf

 

Neue Grabanlage auf dem Hauptfriedhof / Vier Meter hohe Kerze aus Buche im Zentrum

Das neue Naturgrabfeld „Kerzenhain“ auf dem Karlsruher Hauptfriedhof wurde kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Mittelpunkt der Grabanlage steht eine vier Meter hohe Kerze, die Mitarbeiter des Forstamts aus einer in Karlsruhe gewachsenen über 150 Jahre alten Eiche herstellten.

Das Grabfeld entstand in Kooperation von Friedhofsamt  mit Karlsruher Friedhofsgärtnern und Steinmetzen. Die Gesamtfläche beträgt 1800 Quadratmeter. Rund 1300 Quadratmeter des Baum- und Waldgrabfeldes sind bereits angelegt. „Hier wurde die historische Form des Friedhofs aufgegriffen und der naturnahe Charakter der Anlage hervorgehoben“, sagte Bürgermeisterin Bettina Lisbach bei der Präsentation. Die Kerze symbolisiere Licht und Zuversicht.

Naturnahe Bestattungsformen seien zeitgemäß und würden immer stärker nachgefragt, so Lisbach, die das Ensemble lobte: „Das fügt sich sehr gut ein und trifft die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen.“ Im Zentrum der kleinen Inseln mit Urnengrabsteinen stehen neu gepflanzte Buchen und Felsenbirnen, deren Wechselspiel von großen und kleinen Kronen die Naturhaftigkeit der Anlage unterstreichen. Korrespondierend zu dieser Dynamik fassen an den Außenbereichen Steinmauern und Baumstämme den Landschaftsgarten in ruhigen Linien ein. Mauern wie Baumstämme, für die der Holzbildhauer Lothar Rumold das Konzept entwickelte, können als Grabplätze genutzt werden.

Den markanten Kern des Feldes bildet die symbolisch gestaltete Osterkerze, die Michael Maurer vom Forstamt kreierte. Matthäus Vogel, Leiter des Friedhofs- und Bestattungsamts, sieht in der Orientierung der Menschen zur Natur einen Trend, der auch das Friedhofswesen längst erfasst habe. „Neben den ökologischen Zielen und der Nachhaltigkeit, es wurden nur einheimische Materialien verwendet, kommen wir auch dem Wunsch nach pflegeleichten Grabformen, nach“. Die Anlage mit  sakralem Zentrum stelle einen harmonischen Bezug zur Natur her, fügte er hinzu. -voko-

 
 

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