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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Juni 2020

Ordnungs- und Bürgeramt: Bürgerservice wieder flächendeckend

BALD ALS ANLAUFSTELLE ZURÜCK: Das Bürgerbüro Ost in der Karlsruher Straße in Hagsfeld nimmt am 1. Juli seinen Betrieb wieder auf. Für den Besuch ist vorherige Terminvereinbarung notwendig. Foto: Fränkle

BALD ALS ANLAUFSTELLE ZURÜCK: Das Bürgerbüro Ost in der Karlsruher Straße in Hagsfeld nimmt am 1. Juli seinen Betrieb wieder auf. Für den Besuch ist vorherige Terminvereinbarung notwendig. Foto: Fränkle

 

Das Bürgerbüro Ost kehrt am 1. Juli in den Betrieb zurück / Corona-Regeln schränken Leistungsfähigkeit weiter ein / OB dringt auf digitale Lösungen

Die Bürgerbüros in den Ortsverwaltungen, Durlach und der Kaiserallee 8 bieten bereits seit dem 8. Juni wieder kontrollierten Normalbetrieb. Schon eine Woche vorher startete das Servicezentrum Auto & Verkehr in der Steinhäuserstraße 22. Als letztes kehrt das Bürgerbüro Ost in der Karlsruher Straße 23 ab dem 1. Juli in seinen Betrieb zurück.

Mit der Wiederaufnahme des Betriebs im Bürgerbüros Ost stehen die persönlichen Anlaufstellen des Bürgerservices den Karlsruherinnen und Karlsruhern dann wieder flächendeckend zur Verfügung. Das Ordnungs- und Bürgeramt (OA), das die Servicestellen betreibt, weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass aufgrund der Corona-Verordnung in allen öffentlichen Einrichtungen mit Publikumsverkehr darauf geachtet werden muss, dass sich weder Warteschlangen noch Personengruppen bilden und die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Deswegen können persönliche Besuche der Bürgerbüros und des Servicezentrums Auto & Verkehr nur nach vorheriger Terminvereinbarung stattfinden.

Dies schränkt die Leistungsfähigkeit der Bürgerbüros ein. Laut OA kann etwa das größte Bürgerbüro der Stadt in der Kaiserallee 8, das sonst üblicherweise täglich 250 Kundenvorsprachen verbucht, derzeit nur etwa 200 Termine pro Tag anbieten. Demgegenüber steht eine hohe Anzahl nicht bearbeiteter Kundenanliegen aus der Corona-Phase: Auch wenn während des Basisbetriebs alleine in den beiden großen Einrichtungen in der Kaiserallee 8 und der Steinhäuserstraße 22 mehr als 15.600 Kundinnen und Kunden bedient wurden, konnten damit bei weitem nicht alle Anliegen erledigt werden. Viele Kundinnen und Kunden verzichteten während der Corona-Phase etwa auf den Besuch eines Bürgerbüros und wollen diesen nun nachholen. Auch die bevorstehende Urlaubszeit und die Tatsache, dass Reisen nun wieder möglich sind, bringen ein erhöhtes Aufkommen mit sich.

STEIGENDE NACHFRAGE

Im Juli rechnet die Stadtverwaltung zudem mit steigenden Zulassungszahlen im KFZ-Bereich als Auswirkung des ab dann geltenden reduzierten Mehrwertsteuersatzes. Die Bürgerbüros sind derzeit somit durch die geltenden Hygienevorgaben in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt, sehen sich aber einer Nachfrage gegenüber, die deutlich über das übliche Maß hinausgeht. Dies wirkt sich auch auf die Erreichbarkeit der 115 aus. Gerade in den vergangenen Wochen bekam die Verwaltung über verschiedene städtische Rufnummern einschließlich der Behördennummer 115 mehr als 8.000 Anrufe täglich. In Spitzenzeiten gingen innerhalb von 15 Minuten weit mehr als 300 Anrufversuche ein. Doch das 115-Team kann nur 1.000 bis 1.200 Anrufe pro Tag entgegennehmen.

ARBEIT AN VERBESSERUNGEN

Das OA hat bereits personelle und organisatorische Maßnahmen eingeleitet, um den telefonischen Service zu verbessern. In den nächsten Tagen wird ein Sprachdialogsystem eingeführt, das in der Anruferlenkung hilft. Zudem werden Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung, aber auch Werkstudierende das Team der 115 unterstützen. In Sachen Bürgerbüros arbeitet das OA daran, deren Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern, geht aber davon aus, dass die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger dennoch auch in Zukunft mit Einschränkungen im Bürgerservice rechnen müssen.

Eine Lösung bestünde laut OA in digitalen Angeboten, die das Land, der Bund oder das Rechenzentrum bereitstellen müssten. Derzeit ist es aufgrund gesetzlicher oder technischer Rahmenbedingungen noch so, dass für die meisten Produkte der persönliche Besuch eines Bürgerbüros notwendig ist. Um aus dieser Schieflage zu kommen, wird sich OB Dr. Frank Mentrup beim Land dafür einsetzen, schnellstmöglich digitale Angebote für die Kommunen zu entwickeln.-red-/-trö-

 
 

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