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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. September 2020

Städtepartnerschaft: Neue Perspektiven für und durch Kunst

DISKURS: OB Mentrup (am Mikrofon) tauschte sich mit Künstlern und Vertretern aus Nancy über die schwierige Situation für freischaffende Künstler in Deutschland und Frankreich aus. Foto: Knopf

DISKURS: OB Mentrup (am Mikrofon) tauschte sich mit Künstlern und Vertretern aus Nancy über die schwierige Situation für freischaffende Künstler in Deutschland und Frankreich aus. Foto: Knopf

v. l. n. r. Dahman Richter, Verena Denry, Antoine Le Solleuz, Hocine Chabira, Dr. Frank Mentrup, Dr. Susanne Asche. Foto: HA

v. l. n. r. Dahman Richter, Verena Denry, Antoine Le Solleuz, Hocine Chabira, Dr. Frank Mentrup, Dr. Susanne Asche. Foto: HA

 

Kultureller Austausch zu 65 Jahren Partnerschaft mit Nancy / Umgang mit der Krise

Eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Nancy besuchte kürzlich das Haus des Bezirksverbands bildender Künstler und Künstlerinnen Karlsruhe (BBK) sowie das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Im Fokus standen der kulturelle Austausch zu 65 Jahren Städtepartnerschaft sowie das Kennenlernen der Akteure, da kürzlich ein neues Stadtparlament in Nancy gewählt wurde.

Der Auftakt war im Künstlerhaus, wo im Beisein von OB Dr. Frank Mentrup die Ausstellung „Adaption“ eröffnet wurde. Künstler aus Karlsruhe und Nancy trugen mit ihren Werken zur Schau bei, die freilich unter dem Eindruck der Pandemie steht. In einem Künstlergespräch gaben Kreative aus Baden und Lothringen einen Einblick in ihr Seelenleben und das Arbeiten in Zeiten der Corona-Krise.

Eine Einführung gab Marlène Rigler, Direktorin des Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe (CCFA): „Wir reden von einer Zeit der nicht selbst gewählten Isolation, des Stilllebens, aber auch von Kunst als Rettungsanker. Kunst muss weiter eine wichtige Rolle für die Zivilgesellschaft spielen. Darauf hoffen wir.“ In der von Lisa Bergmann (BBK) moderierten Talk-runde berichteten Künstler von ihrer Situation. Unter anderem Eric Kaiser (Nancy) sprach von „einer großen Leere“, die sich auch in seinen Bildern ausdrückt.

Patrick Alan Banfield aus Karlsruhe wurde politischer: „Es ist Zeit, nicht nur Kunst für eine Bildungselite zu schaffen. Es ist Zeit für Veränderung. Wir brauchen Mindesthonorare für Ausstellungen.“ Karlsruhes Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche erkundigte sich nach den Bedingungen in Nancy. Es gebe zwar Mindesthonorare, diese würden lokal aber kaum eingehalten, hieß es. Neben Antoine Le Solleuz (Beigeordneter internationale Partnerschaft) sprach Stadtrat Hocine Chabira, in Nancy für alternative Kulturformen zuständig: „Wir brauchen Kunst, um uns neue Perspektiven aufzuzeigen.“

So nannte er etwa Starthilfen für junge Künstler als Konzept. Beeindruckt von den Schilderungen zeigte sich OB Mentrup. Corona verstärke Krisen, die es ohnehin gebe: „Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die Kunstverbände zu Wort melden und ihre Rechte einfordern. Der Städtetag hat aktuell durchaus ein offenes Ohr.“ Es gehe auch darum, neue Formate auszuprobieren, um Kunst zu den Familien und Nachbarschaften zu tragen, fügte das Stadtoberhaupt hinzu und berichtete aus eigenen Erfahrungen. -voko-

 
 

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