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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Oktober 2020

Marktplatz: Herzstück kehrt zu Ursprung zurück

KÜHLES NASS ZUR PREMIERE: Ein Schluck Karlsruher Trinkwasser genehmigte sich OB Dr. Frank Mentrup vom frisch restaurierten Ludwigsbrunnen auf dem nun fertiggestellten Marktplatz. Foto: Knopf

KÜHLES NASS ZUR PREMIERE: Ein Schluck Karlsruher Trinkwasser genehmigte sich OB Dr. Frank Mentrup vom frisch restaurierten Ludwigsbrunnen auf dem nun fertiggestellten Marktplatz. Foto: Knopf

RUN: 8.000 Menschen inspizierten die U-Strabhaltestelle Lammstraße. Viele zückten ihre Handys, um Fotos „unter Tage“ zu machen. Foto: Knopf

RUN: 8.000 Menschen inspizierten die U-Strabhaltestelle Lammstraße. Viele zückten ihre Handys, um Fotos „unter Tage“ zu machen. Foto: Knopf

HIGHLIGHT: Akrobatische Trapezkunst vor illuminierter Fassade. Die Leuchtende Einkaufsnacht hatte etliche Höhepunkte zu bieten. Foto: Knopf

HIGHLIGHT: Akrobatische Trapezkunst vor illuminierter Fassade. Die Leuchtende Einkaufsnacht hatte etliche Höhepunkte zu bieten. Foto: Knopf

 

OB Dr. Frank Mentrup übergibt neu gestalteten Marktplatz an Bevölkerung / Großes Interesse auch an U-Strab-Haltestelle / Highlight Leuchtende Einkaufsnacht

Begleitet vom Blechbläser-Quintett des Badischen Staatstheaters übergab OB Dr. Frank Mentrup am vergangenen Samstag den neu gestalteten Marktplatz an die Bürger und Bürgerinnen. Zudem lockte die „Leuchtende Einkaufsnacht“ Flaneure in die City. Bestens besucht war auch am „Tag der offenen Baustelle“ die weitgehend ausgebaute U-Bahn-Haltestelle Lammstraße.

Das komplette Event ging selbstredend unter strikten Corona-Hygiene-Regeln über die Bühne. „Wir geben den Marktplatz an die Menschen zurück, als Bühne, als Herzstück unserer Stadt – großzügig, licht, barrierefrei. Es ist eine Rückkehr zum Ursprung des Platzes“, sagte Mentrup. Damit machte der Rathauschef deutlich: Soviel Weinbrenner gab es selten auf dem Vorzeigeplatz der einstigen badischen Residenz. Auch der klassizistische Stadtbaumeister hätte wohl seine Freude daran gehabt.

„Zum ersten Mal seit 150 Jahren ist der Marktplatz frei von Verkehr und gehört wieder den Menschen, die ohne Angst vor Pferdefuhrwerken, Straßenbahnen und Autos hier flanieren können.“ Die City sah Mentrup als Zusammenspiel von Einkaufen, Wohnen und Kultur. Den zentralen, neu gepflasterten Platz vor dem Rathaus nannte er als dabei wichtiges Element. Das Stadtoberhaupt bedankte sich bei den Partnern für die Realisierung der Gemeinschaftsaufgabe: vom City Marketing, City Initiative, Handel über das Bauunternehmen bis zu Bund und Land – „und dies bei Einhaltung des Kostenrahmens von 9,2 Millionen Euro und einem Monat früherer Fertigstellung“. Nicht zu vergessen: Auch den restaurierten Ludwigsbrunnen haben die Einwohner wieder, hinzu kommen die Wasserspiele.

So ließ sich der OB schnell zu einem Schluck besten Karlsruher Trinkwassers vom Vorsitzenden der Europäischen Brunnengesellschaft (Sektion Karlsruhe), dem früheren Ersten Bürgermeister Harald Denecken, überreden. Währenddessen begaben sich schon die ersten Neugierigen in die Tiefe, um die U-Strab-Haltestelle Lammstraße zu inspizieren. 8.000 Tickets waren online Corona-bedingt vergeben worden. „Alle 8.000 Tickets waren vergriffen, die höchst zulässige Besucheranzahl“, sagte Achim Winkel, Sprecher der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG). Die Interessierten sahen mittig unter der Kaiserstraße ein 100 Meter langes und elf Meter hohes Bauwerk einer modernen, hellen Haltestelle. Selbst eine Infotafel mit Linienführung war bereits montiert. Speziell die freundliche Helligkeit notierten die Besucher positiv. So auch Thomas Wolf aus der Südweststadt.

„Ich finde es klasse. Es sieht hochwertig aus in der neutralen Farbegestaltung. Ich freue mich schon, wenn es losgeht.“ Auch KASIG-Chef Frank Nenninger freute sich über die gelungene Präsentation. „Es ist schön, dass wir der Bevölkerung konkret zeigen konnten, was wir für den ÖPNV gebaut haben und wie die künftige Infrastruktur funktionieren wird.“ Wieder oben sorgten dezentrale Aktionen für angenehmes Ambiente. Live-Musik, FEST-Citymobil on Tour, Fanfaren vom Rathausbalkon, historische Marktstände oder eine Foto-Ausstellung mit Marktplatzbildern von anno dazumal bei den Einzelhändlern markierten Farbtupfer für die Einkaufsstadt. Bespielt wurde die City vom Kronenplatz bis zur Südlichen Waldstraße.

Ein Lob für die Flaneure und Shopper hatte Martin Wacker, Chef der Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME), parat. „Wir waren sehr zufrieden mit dem Verständnis der Menschen und der hohen Disziplin, die sie für die notwendigen Schutzmaßnahmen aufbrachten.“ Ein Highlight waren zweifellos die Aktionen, die nach Einbruch der Dunkelheit die Stadt erhellten. Die Installationen „Orbitals“, die auf dem Friedrichsplatz ständig ihre Farben wechselten, sorgten für große Augen bei Jung und alt - erst recht die atemberaubende Artistik auf dem Marktplatz vor illuminierten Fassaden.

Ebenfalls sehr schön: Zwei Damen in Kostümen der Belle Époque, die komödiantisch ihre Geschichte erzählten. Wie bei den Lichtinstallationen galt auch hier, die Foto-Handys waren schnell gezückt. Für die Gesamt-Inszenierung war die KME zuständig, die jüngst ihre Bilanz für 2019 vorstellen konnte. Mit 1,2 Millionen Besucherinnen und Besuchern bei insgesamt 18 Veranstaltungen in Karlsruhe und einem positiven Betriebsergebnis war das vergangene das erfolgreichste Jahr seit ihrer Gründung gewesen. -voko-

 
 

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