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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2020

AK Grötzinger Baggersee: See-Tourismus nicht erwünscht

STILL RUHT DER SEE: jedoch nicht in der vergangenen Saison. Viele Badegäste kamen von außerhalb mit dem PKW. Archivfoto: Knopf

STILL RUHT DER SEE: jedoch nicht in der vergangenen Saison. Viele Badegäste kamen von außerhalb mit dem PKW. Archivfoto: Knopf

 

See am Anschlag / 34.000 Badegäste in Corona-Saison

Kürzlich traf sich der Arbeitskreis Grötzinger Baggersee, um die vergangene Badesaison zu diskutieren. Vertreter des Ortschaftsrats, Fachbehörden, Vereine, Institutionen und Naturschützer berieten zudem mögliche Maßnahmen für das Jahr 2021.

Im Fokus standen zwei Themen: hoher Druck auf den See vor allem durch auswärtige Besucher, was wiederum einen hohen Parkdruck mit sich bringt. Im Rückblick konstatierte Grötzingens Ortsvorsteherin Karen Eßrich, dass die Saison durch die Corona-Pandemie naturgemäß eine spezielle war. „Dadurch, dass der Grötzinger See als einer der wenigen in der Region offen hatte, hatten wir ein hohes Besuchsaufkommen - mit unangenehmen Begleiterscheinungen.“ Insgesamt kamen in der Saison geschätzte 34.000 Badegäste. Darunter etliche Gäste, die sich nicht an die Regeln gehalten hätten. „Es gab welche, die haben hier übernachtet.

Das gab es noch nie“, so Eßrich. Insgesamt 270 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet. Es sei ein wichtiges Zeichen, den Gästen zu signalisieren, dass der See kontrolliert werde, so die Ortsvorsteherin. Mehrkosten für Reinigung und Desinfektion der WC-Anlagen hätten zudem mit 15.000 Euro zu Buche geschlagen. Es gebe aber auch Positives festzuhalten: So habe die Einzäunung gehalten, die Wasserqualität sei hervorragend und es gab immer wieder Putzaktionen. Insgesamt sei es recht sauber gewesen. Vom Tauchsportverband gab es die Bitte, nicht nur lokal zu denken und auch die auswärtigen Gäste in die Planungen miteinzubeziehen.

Der „See-Tourismus“ stieß jedoch auf Kritik. Man habe immer wieder PKW mit Kennzeichen Pforzheim, Esslingen oder Böblingen gesehen, die sich nicht an die Regeln hielten, hieß es von Naturschützern. Kritik gab es an Stand-Up-Paddlern, Spaziergängern und Schwimmern, die das Naturschutzgebiet nicht respektierten. So wurden von einem Diskutanten Bojen mit Schild gewünscht, die anzeigen, wo das erlaubte Schwimmen endet und das Naturschutzgebiet beginnt.

In jedem Fall: „Der See ist am Anschlag“ hieß es in der Runde. Generell solle so wenig Werbung für den See gemacht werden wie möglich. Debattiert wurde auch das Parken. „Wir sollten die Parkplätze nicht erhöhen, sonst nimmt der Druck auf den See zu“, sagte Eßrich. Der meist einhellige Tenor lautete: Je mehr Parkplätze, desto mehr kommen. Und das sei nicht gewünscht. Zudem wurde über die Anschaffung eines neuen DLRG-Wagens diskutiert. -voko-

 
 

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