Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2020

Badisches Staatstheater: Neustart ohne Spuhler

UNRUHIGE ZEITEN: Das Badische Staatstheater will aus der Krise. Foto: Fränkle

UNRUHIGE ZEITEN: Das Badische Staatstheater will aus der Krise. Foto: Fränkle

 

Verwaltungsrat: Vorzeitige Vertragsauflösung / Bauabläufe erläutert

Der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters beschloss in seiner jüngsten Sitzung in Karlsruhe, den bis 2026 laufenden Vertrag mit Generalintendant Peter Spuhler zum Ende der aktuellen Spielzeit im Sommer 2021 vorzeitig aufzulösen.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und OB Dr. Frank Mentrup als Vorsitzende des Gremiums hatten Mitte November eine solche Entscheidung empfohlen. Spuhler war wegen seines Führungsstils - Personalrat und Beschäftigte sprachen von toxischem Arbeitsklima und Machtmissbrauch - in die Kritik geraten. Noch im Juli hielt der Verwaltungsrat einstimmig an dem umstrittenen Theaterchef fest, gab Bewährung. Nach den Worten Theresia Bauers sei über die Situation „ausgiebig und sehr offen“ gesprochen worden.

Es brauche einen „Neuanfang“, der alle mitnehme und anhand dessen „wir das Haus auf Erfolgskurs halten können“, so die Ministerin. Vereinbart wurden konkrete Maßnahmen: Eine Kommission des Verwaltungsrats berate Form und Dauer einer Interimslösung, eine weitere beschäftige sich mit zukunftsfähigen Leitungsstrukturen und lege Empfehlungen vor. Und: Der bereits angestoßene Reformprozess werde konsequent umgesetzt und professionell begleitet.

Weitere Herausforderungen sind zu stemmen, das Badische Staatstheater steht vor einer auf derzeit mit 500 Millionen Euro bezifferten Sanierung und Erweiterung. Im Frühjahr haben Vorabarbeiten zur Verlegung der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage und für ein Eingangsprovisorium begonnen, ein Wettbewerb für die Neugestaltung der Freianlagen ist in Vorbereitung. Die „hochkomplexe Baustelle bei laufendem Spiel- und Theaterbetrieb“ erfordere „gute Planungen, detailliert abgestimmte Abläufe und enge Absprachen“, erklärten Ministerin Theresia Bauer, Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und OB Dr. Frank Mentrup im Anschluss an die Sitzung.

Um das zu gewährleisten, entschied sich das Gremium unter mehreren Szenarien für eine Variante mit rund zwölfjähriger Bauzeit. Danach soll zunächst der Neubau für das Schauspielhaus entstehen. Zudem werden die Werkstätten und der musikalische Apparat erweitert, das bestehende Gebäude wird saniert. Damit kann das Badische Staatstheater weitestgehend am Hauptstandort bleiben.
Nur Aufführungen des Kleinen und Großen Hauses würden zeitweise und zeitversetzt an einer anderen Spielstätte gezeigt. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe