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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2020

Dürrefolgen: Stadtwald leidet

ZERSTÖRT VOM STURM Sabine wurde diese über 150 Jahre alte Eiche im Oberwald. Genau wie der gesamte Waldbestand hatte der Baum unter drei aufeinanderfolgenden Hitzesommern gelitten. Foto: Forstamt

ZERSTÖRT VOM STURM Sabine wurde diese über 150 Jahre alte Eiche im Oberwald. Genau wie der gesamte Waldbestand hatte der Baum unter drei aufeinanderfolgenden Hitzesommern gelitten. Foto: Forstamt

 

Winterliche Holzernte muss reduziert werden / Forstamt entschärft Gefahren

Wie sichtbar die Spuren des Klimawandels in den Karlsruher Wäldern nicht erst seit gestern sind, zeigte erneut ein Bericht von Forstamtsleiter Ulrich Kienzler im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen: Schäden im Stadtwald schränken aktuell die winterliche Holzernte ein, während die Stadt sich schon das ganze Jahr verstärkt bemüht, Gefahren durch absterbende oder abgestorbene Bäume zu entschärfen - etwa entlang von Straßen, Bahnlinien, Bebauungen oder Erholungsflächen.

Wie Kienzler ausführte, warf bereits im Februar der Sturm „Sabine“ viele Waldbäume ganz oder teilweise um. Dürreschäden aus drei Hitzesommern, daraus resultierend Borkenkäfer und Pilze, Eschentriebsterben oder die Rußrindenkrankheit taten ihr Übriges. Wenn möglich, gehen die Forstleute bei den Aufräumarbeiten baumerhaltend vor: So werden derzeit etwa an drei weit über hundert Jahre alten Buchen an der Tiefentalstraße abgestorbene Kronenteile von Baumkletterern und vom Hubsteiger aus zurückgeschnitten und nicht komplett gefällt. Häufig bleiben auch Stammteile als „Öko-Torso“ stehen.

„2020 haben wir bisher im Stadtwald 4.500 Kubikmeter Holz von geschädigten oder abgestorbenen Bäumen aufgearbeitet“, so Kienzler. Das entspreche etwa einem Drittel der nachhaltig in einem Jahr nutzbaren Holzmenge. Im Ausschuss stellte der städtische Forstamtsleiter deshalb auch die geplante Reduzierung der Holzerntemenge für 2020 und 2021 vor. Dies traf auf Unterstützung, obwohl es gleichzeitig geringere Erlöse beim Holzverkauf in Aussicht stellt.

Auch wenn der Fokus der Stadt Karlsruhe auf der natürlichen Verjüngung des Waldes liegt, werden im Stadtwald jedes Jahr sehr viele Jungbäume nachgepflanzt. In diesem Frühjahr waren es über 16.000. Die wichtigste Baumart ist dabei die Eiche, insgesamt wurden 14 verschiedene Baumarten für den Wald der Zukunft gepflanzt. Viele haben den Hitzesommer jedoch nur dank einer Bewässerung überlebt. -bea-

 
 

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