Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2020

Flächenmanagement: Strategiewechsel zahlt sich aus

BEIM PFIZER-AREAL hat die Stadt ihr Vorkaufsrecht genutzt. Die 20 Hektar große Gewerbefläche wurde für 142,6 Millionen Euro gekauft.  Foto Fränkle

BEIM PFIZER-AREAL hat die Stadt ihr Vorkaufsrecht genutzt. Die 20 Hektar große Gewerbefläche wurde für 142,6 Millionen Euro gekauft. Foto Fränkle

 

Ankauf von Flächen durch die Stadt Karlsruhe / Gesteigerte Aktivität auf dem Immobilienmarkt und bei Ausübung von Vorkaufsrechten

In Zeiten von zunehmender Flächenknappheit und weiter steigenden Baulandpreisen hat die Stadt Karlsruhe ihre Ankaufsstrategie massiv geändert, erläuterten jetzt OB Dr. Frank Mentrup und Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz bei einer Pressekonferenz.

Bereits 2006 gab der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag, auf den schonenden Umgang mit knappen Ressourcen zu achten und die Innentwicklung in den Vordergrund zu stellen. Nachdem mit dem IWKA-Gelände, in Neureut und in Knielingen knapp 100 Hektar an Konversionsflächen überplant werden konnten und vorübergehend für etwas „Luft“ sorgten, sind derzeit nur noch rund 40 Hektar perspektivisch in der Umsetzung.

Davon allein 26 Hektar im Projekt Nordstadt-„Zukunft Nord“. Rund elf Hektar Flächen für Wohnbebauung wurden mit der Konversion ehemaliger Sportgelände in Knielingen, Neureut-Kirchfeld und Daxlanden gewonnen. Auf der Agenda stehen noch die Verlagerung der Durlacher Sportvereine in die Untere Hub, der ESG Frankonia und der Sportverein Rüppurr.

Gezielte Ankäufe

Nachdem in dieser Richtung nicht mehr viel Potenzial gesehen wurde und zunehmend auch Zurückhaltung bei Bund, Land und Bahn spürbar war, Flächen für städtische Entwicklungen abzugeben, habe man die bislang eher zurückhaltende Strategie massiv geändert, erläuterte OB Mentrup: „Eigenbesitz der Stadt selbst oder von Tochtergesellschaften ist wichtig, um selbst etwas gestalten zu können und etwa auch Wohnungsbau nach eigenen Vorstellungen betreiben zu können.“

So wurden in der Innenstadt zuletzt von Volkswohnung und Fächer GmbH die ehemalige Commerzbank am Friedrichsplatz, das ehemalige Postgelände am Hauptbahnhof und das Rotag-Areal in Grünwinkel erworben. Sieben größere Objekte mit 27 Hektar Flächen, die vor allem als Verlagerungsflächen als Grundlage für weitere städtische Entwicklungen dienen, hat die Stadt selbst gekauft. Verstärkt wurde auch von Vorkaufsrechten Gebrauch gemacht. Allein im Gewerbegebiet Hagsfeld konnten mit dem LÒreal-, dem Greschbach- und dem Pfizer-Areal 27 Hektar Flächen erworben werden. „Das gibt uns Luft in vielen Bereichen“, rechnet Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz mit längeren Zeitspannen für die perspektivische Entwicklung, die auch Zwischennutzungen zulassen.

Weiterer Flächenbedarf

Insgesamt hat die Stadt in den letzten fünf Jahren mit einem Einsatz von 226 Millionen Euro knapp 50 Hektar an entwickelbarer Fläche erhalten, davon wurden 60 Prozent mit Fremdkapital finanziert. „Kein sinnlos verprasstes Geld“ sieht OB Mentrup neben einem sicheren Vermögensaufbau mit einem nachlassenden „Interesse von Außen“ zudem eine Bremswirkung für Spekulationsgeschäfte. „Die Stadt wird wegen der Zahlungssicherheit als Käuferin geschätzt. Da kommt das Geld auf den Tisch und nicht erst wenn gewisse Bedingungen und Nutzungsmöglichkeiten realisiert werden können,“ setzt die Wirtschaftsbürgermeisterin Hoffnungen darauf, dass auf diesem Weg die weiterhin notwendigen flächenmäßigen Entwicklungen vorangetrieben werden können. -fis-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe