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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2020

Migration: Sprachprojekte fördern

Vorhaben wurden im Migrationsbeirat vorgestellt

Des einen Leid, des anderen Freud: Weil aufgrund der Corona-Pandemie Deutsch-Sprachkurse abgesagt werden mussten, standen im eigentlich schon überzeichneten Integrationsfonds für 2020 noch Mittel bereit. Wie das Integrationsbüro in der jüngsten Sitzung des Migrationsbeirats berichtete, kommt dies nun drei Projekten finanziell zugute.

Zum einen wird das Projekt „Besser Deutsch Sprechen“ von Isis Ché Gambatté verlängert und mit 8.000 Euro unterstützt. Zum anderen werden zwei neue Projekte aufgenommen. Der AWO-Kreisverband Karlsruhe-Stadt erhält ebenfalls 8.000 Euro für sein Programm zur Individuellen Unterstützung beim Deutschlernen. Außerdem wird die Ortsgruppe Karlsruhe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit 7.280 Euro unterstützt. Diese Summe fließt in ein Projekt zur Stärkung der Integration vor Ort, das sich speziell an Menschen richten soll, die schon lange in Karlsruhe leben, aber noch nicht „angekommen“ sind.

Den Bedenken von Dr. Iris Sardarabady (GRÜNE), ob hier nicht Doppelstrukturen mit der Volkshochschule geschaffen und das „Ankommen“ auch außerhalb der Community erfolgen sollte, hielt Lüppo Cramer (KAL/Die PARTEI) entgegen, dass die anvisierte Zielgruppe Angebote der VHS eher nicht wahrnehme. Zudem handle es sich um ein Community-übergreifendes Projekt in dem Deutsch gesprochen werde. Die Förderung der genannten drei Vorhaben wurde vom Migrationsbeitrat einstimmig befürwortet.

Darüber hinaus sprach sich das Gremium für die Weiterführung des Projekts „Perspektive Ausbildung – Berufliche Integration von Geflüchteten bei der Stadtverwaltung Karlsruhe“ sowie für die Bereitstellung der finanziellen und personellen Ressourcen aus. Sardarabady regte hierbei erneut an, die Maßnahme dauerhaft zu verstetigen und die Zahl der Ausbildungsstellen aufzustocken, was jedoch von der Verwaltung unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage nicht befürwortet wurde.

Vom Migrationsbeirat beschlossen wurde der Beitritt der Stadt Karlsruhe zum Seenot-Rettungsbündnis „United4Rescue“. Bürgermeister Dr. Martin Lenz hatte sich hierfür stark gemacht, damit die Stadt ein Zeichen setze und den Bündnispartnern ihre Unterstützung signalisiere. Ablehnung kam von AfD-Stadtrat Oliver Schnell, der die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer als indirekte Unterstützung krimineller Schlepperbanden betrachtete.
-eck-

 
 

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