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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Januar 2021

Dreharbeiten im Klärwerk: Abwasser wird zum Medienstar

FACHMANN FÜR ABWASSER: Roland Milz (rechts) vom städtischen Klärwerk stand Odysso-Redakteur Dirk Beppler (2.von rechts) und seinem Fernseh-Team beim Lokaltermin Rede und Antwort. Foto: Steffler

FACHMANN FÜR ABWASSER: Roland Milz (rechts) vom städtischen Klärwerk stand Odysso-Redakteur Dirk Beppler (2.von rechts) und seinem Fernseh-Team beim Lokaltermin Rede und Antwort. Foto: Steffler

 

SWR-Magazin Odysso berichtet

Den prüfenden Blick des Fachmannes auf ein gegen das Licht gehaltenes Glas Abwasser – diesen Klassiker hätte das TV-Team nur zu gerne eingefangen. Doch Roland Milz musste abwinken: „Sowas machen wir doch schon lange nicht mehr“, beschied der Mitarbeiter des städtischen Klärwerks. Milz: „Das geht bei uns alles automatisch“.

Auch wenn in dieser Szene dann „nur“ surrende Apparate zu sehen sein werden, war Dirk Beppler am Ende mit der Ausbeute hoch zufrieden. „Wir haben wirklich schöne Bilder im Kasten“, lautete das Resümee des freiberuflichen Redakteurs nach zwei Drehtagen rund um die Karlsruher „Unterwelt“.

Unter dem Titel „Der Weg der Kloake - was das Abwasser preisgibt“ bereitet Beppler einen Beitrag für das SWR-Wissensmagazin „Odysso“ vor. Darin wird der Weg des Abwassers vom Verursacher bis hin zur Einleitung in den Rhein nachgezeichnet werden. Der erste Drehtag führte das Team im Dezember zunächst in die Gewölbe des Landgrabens, „ein wirklich bemerkenswertes Bauwerk“, so Beppler, der in Sachen Abwasser durchaus Erfahrung hat. Da der Journalist bereits in der römischen „Cloaca Maxima“ gedreht hatte, wird das legendäre antike Bauwerk in einem Atemzug mit dem Landgraben genannt.

Gut drei Minuten Sendezeit werden der Kanalisation gewidmet, unter anderem ist auch die Kontrolle mit dem „Fernauge“ ein Thema. Danach geht es wieder an die Oberwelt und in das Klärwerk, wo Roland Milz als ebenso sachkundiger wie souveräner Gesprächspartner agierte. „Ich mache das nicht zum ersten Mal“, verriet der gelernte Industriemeister für Chemie. Weil er schon TV-Erfahrung hatte, durfte Milz denn auch für Kameramann Martin Greve und Toningenieur Benjamin Himmelsbach die O-Töne liefern. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was ein Klärwerk alles aus dem Abwasser herausholt, und deshalb fiel Wahl auf Karlsruhe.

„Wir haben eine Anlage mit einer vierten Reinigungsstufe benötigt“, erläutert Dirk Beppler. Zwar ist diese Reinigungsstufe in Karlsruhe noch im Bau, doch wenn das 73-Millionen-Euro-Projekt im Lauf des Jahres in Betrieb gehen wird, lassen sich dann auch beispielsweise Medikamentenrückstände aus dem Abwasser filtern. Für den „Odysso“-Autor der perfekte Aufhänger zum finalen Aspekt des Fernsehbeitrags: Beppler wird in seinem Beitrag auch zeigen, wie sich Rückstände von Kokain, Chrystal Meth und anderen Drogen in der Kläranlage nachweisen lassen.

„Bereits über 60 europäische Städte haben im vergangenen Jahr entsprechende Daten geliefert“, erzählt Beppler, so dass das Abwasser interessante Informationen über die Entwicklung des Drogenkonsums und die regionale Verbreitung bestimmter Rauschgifte preisgebe. Selbst am Nachweis von Corona-Viren werde schon geforscht, „aber das ist gar nicht so einfach“, weiß Fachmann Roland Milz. Sendetermin für den „Odysso“-Beitrag“ ist der 4. Februar um 22 Uhr. -eck-

 
 

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