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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Januar 2021

Statistisches Jahrbuch: Zahlen erzählen Geschichte der Stadt

VON DER RESIDENZ ZUM ZENTRUM DER TECHNOLOGIEREGION: Das vom Schloss aus nach dem Fächergrundriss entstandene Karlsruhe wuchs im Laufe der Geschichte in Bevölkerungszahl und Ausdehnung vor allem durch Eingemeindungen. Foto: Fränkle

VON DER RESIDENZ ZUM ZENTRUM DER TECHNOLOGIEREGION: Das vom Schloss aus nach dem Fächergrundriss entstandene Karlsruhe wuchs im Laufe der Geschichte in Bevölkerungszahl und Ausdehnung vor allem durch Eingemeindungen. Foto: Fränkle

 

Eingemeindungen ließen Karlsruhe wachsen / Statistisches Jahrbuch zeigt Facetten der Entwicklung

Mehr als ein Viertel der Fläche im Karlsruher Stadtgebiet ist mit Wald bedeckt, weitere 7,3 Prozent der 173 Quadratkilometer großen Gemarkung der Fächerstadt machen Areale für Freizeit, Sport und Erholung aus. Ein Blick in das Statistische Jahrbuch 2020 zeigt: Die Fächerstadt trägt ihren Beinamen „Grüne Stadt“ völlig zu Recht.

Doch das kurz vor Weihnachten erschienene Zahlenwerk ist weit mehr als nur eine mit Daten und Fakten gespeiste Momentaufnahme. Die Studie des Amts für Stadtentwicklung beleuchtet auf insgesamt über 300 Seiten mit umfangreichen Statistiken die vielfältigen Facetten der Fächerstadt, gibt Einblick in Bautätigkeiten und Wohnsituationen, in Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur, aber auch in Politik, Gesundheit und Soziales, in Kultur und Bildung.

Vor allem aber zeichnen die Fachleute um die Leiterin der Statistikstelle Andrea Rosemeier auf so manchen Gebieten die Entwicklung der Fächerstadt von den Anfängen als Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach bis zum weltoffenen Zentrum der TechnologieRegion nach, erzählen mit ihren in Tabellen geordneten Zahlen somit auch ein gutes Stück der Stadtgeschichte. Eindrucksvoll belegen die Statistiker etwa, wie sich die nach dem weltberühmten Fächergrundriss mitten im Hardtwald entstandene Stadt aus eher bescheidenen Anfängen im Laufe ihrer Geschichte vor allem durch zahlreiche Eingemeindungen zu ihrer heutigen Größe in Fläche und Einwohnerzahl wuchs.

DÖRFLE WAR NUMMER EINS

Die erste Eingliederung eines zuvor selbstständigen Gemeinwesens vollzog sich im August 1812. Damals kam das das eher unter dem Beinamen „Dörfle“ bekannte Klein-Karlsruhe kommunalpolitisch und verwaltungsrechtlich unter das Dach der Fächerstadt und brachte den zuvor 13.477 Einwohnerinnen und Einwohnern 598 neue Karlsruherinnen und Karlsruhern sowie eine Gemarkungsfläche von 8,25 Hektar hinzu. Deutlich größer war der Zugewinn bei Eingemeindung Nummer zwei.

Da wurde gleich eine ganze Stadt karlsruherisch. Das westlich gen Rhein gelegene, urkundlich erstmals 1248 erwähnte Mühlburg, das im Jahre 1670 Stadtrecht erhalten hatte, vermehrte 1886 das damals 57.000 Einwohner „starke“ Karlsruhe um weitere 4.110 Menschen und eine Gemarkungsfläche von 211 Hektar. Die Eingemeindungen der fünf eigenständigen umliegenden Dörfer Beiertheim, Rintheim, Rüppurr, Grünwinkel und Daxlanden zwischen 1907 und 1910 ließen die Einwohnerzahl Karlsruhes von 114.000 auf 132.000 und das Stadtgebiet um 2.300 Hektar wachsen.

MUTTER KAM ZUR TOCHTER

Bulach folgte mit seinen 2.450 Einwohnern und seiner 530 Hektar großen Gemarkungsfläche 1929, das deutlich größere frühere Fischerdorf Knielingen (5.250 Einwohner, 2.090 Hektar Fläche) im Jahre 1935. Mit einer Zwangseingemeindung unter dem NS-Regime kam dann die zweite Stadt zu Karlsruhe. Das war die „Mutter“ Durlach, von 1565 bis 1718 Residenzstadt der Markgrafen von Baden-Durlach, die im Jahre 1938 ihre 19.000 Einwohner und 3.000 Hektar große Gemarkungsfläche mit zur „Tochter“ brachte.

Gleichzeitig kam auch Hagsfeld (2.760 Einwohner, 782 Hektar Fläche) zur 163.000-Einwohner-Stadt Karlsruhe hinzu. Die letzten Eingemeindungen waren die im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg, bei der zwischen 1972 und 1975 Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier, Grötzingen, das aus Grünwettersbach und Palmbach bestehende Wettersbach sowie Neureut mit insgesamt 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu Karlsruhe kamen. Bis heute ist das pulsierend Eigenleben in den einst selbstständigen Gemeinden eine der Stärken, die Karlsruhe als Großstadt der Vielfalt und Offenheit ausmachen. -trö-

Interessierte können sich das Statistische Jahrbuch 2020 und weitere Studien im Internet über www.karlsruhe.de/statistik herunterladen.

 
 

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