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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Februar 2021

Herausforderung für die MiRO: Inspektion trotz Corona

ARBEITEN AM REAKTORKOPF in der FCC-Anlage verlangen nicht nur nach schwerem Gerät und fachkundigem Personal sondern auch nach einem gut abgestimmten Zeitmanagement. Foto: MiRO

ARBEITEN AM REAKTORKOPF in der FCC-Anlage verlangen nicht nur nach schwerem Gerät und fachkundigem Personal sondern auch nach einem gut abgestimmten Zeitmanagement. Foto: MiRO

 

5000 Fachkräfte zusätzlich / Teststrategie zentral

So wie jedes Auto zum TÜV muss, wird auch die Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) regelmäßig durchgecheckt. Mitte Februar gehen dafür mehr als 40 Prozessanlagen für 6 Wochen außer Betrieb. Für 300 Millionen Euro und mit 5.000 zusätzlichen Fachkräften werden Bestandsanlagen ertüchtigt und Projekte umgesetzt, die die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken sollen. Programm und Corona-Maßnahmen hat die MiRO nun vorgestellt.

„Eines unserer Ziele ist es, den Südwesten weniger abhängig von Dieselimporten zu machen. Bislang werden rund 40 Prozent eingeführt. Wir wollen den Diesel für die Region selbst herstellen“, erklärte Geschäftsführer Markus Scheib. Das insgesamt rund 200 Millionen Euro für Projekte eingesetzt werden sollen, sei „ein klares Bekenntnis zum Standort“. Zudem profitiere die Region „durch Arbeitsplätze, Wirtschaftskraft, Steuereinnahmen und eine weiterhin zuverlässige, bezahlbare Versorgung mit Energie“.

Herausforderung durch Corona

Während des „Stillstands“ herrscht tatsächlich Hochbetrieb. Neben den etwa 1.000 MiRO-Mitarbeitenden werden bis zu 5.000 Arbeitskräfte von Partnerfirmen eingesetzt. Dafür wurde ein umfassendes Hygiene- und Vorsorge-Konzept entwickelt. Ziel sei es „Präventionsmaßnahmen so wirkungsvoll und sinnvoll wie möglich zu gestalten, um nicht in den Reaktionsmodus zu kommen“, erläuterte Marc Breitling, Leiter Projekte und Instandhaltung. Zudem steht die MiRO in regelmäßigem Austausch mit Ordnungsamt, Gesundheitsamt und dem Regierungspräsidium. „Es war uns wichtig, von Anfang an offen mit dem Thema umzugehen, Feedback zu erhalten und die Expertise der Behörden einzubeziehen“, betonte Breitling.

Zentraler Baustein des Konzepts ist die Test-Strategie. Alle Partnerfirmen-Mitarbeiter müssen vor ihrem Einsatz negativ auf Corona getestet sein. Getestet wird zweimal im Ab-stand von fünf Tagen in einem eigens aufgebauten Testzentrum. Hinzu kommt die gezielte Gestaltung von Infrastruktur und Abläufen, um Kontakte zu minimieren, wie etwa mehr Parkplätze, mehr Zugänge, mehr Platz in Waschkauen, Raucherunterständen und Besprechungszimmern, weniger Wartezeiten bei der Ausgabe von Arbeitsgenehmigungen, zwei separate Kantinenzelte und zusätzliche Imbisswagen. Sogenannte Hygiene-Scouts beobachten zudem, ob die Regeln eingehalten werden. -red-/-gem-

 
 

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