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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Februar 2021

Kinder- und Jugendhaus Südstadt-Ost: Eins-zu-Eins für die Jugend da

Soziale Probleme oder schulische, Sorgen um die Zukunft – Perspektivlosigkeit: All das nimmt in der Pandemie nicht gerade ab. Nur, dass den Jüngsten der Gesellschaft nun noch der Ausgleich fehlt. Bei manchen ist die Lage sehr schwierig.

„Viele haben, wenn überhaupt, ein miserables WLAN“, von einem Drucker ganz zu schweigen. Die Eltern kommen bei Aufgaben nicht mit – „oder sind Analphabeten“, berichtet exemplarisch der Leiter des Kinder- und Jugendhauses (KJH) Südstadt-Ost, Dirk Kiefer.

Der allein ein gutes Dutzend KJH betreibende Stadtjugendausschuss geht von etwa hundert Kindern und Jugendlichen aus, die stadtweit die Einrichtungen aufsuchen. So viele sind es sonst locker täglich in einer einzigen Anlaufstelle. Aber nun bleibt nur noch die Eins-zu-Eins-Betreuung. Genügend Räume lassen Ausweichmöglichkeiten, oder man geht ein paar Schritte.

Die Mädchen und Jungen sollen nach Möglichkeit, wo schon das Programm umfassend wegbricht, weiter ungehinderten Zugang ohne Anmeldung erfahren, reden können. Zumal sie sonst oft nicht wissen, wohin. Das für sie Selbstverständliche, „kaum vor die Tür gegangen und schon mit fünf Kumpels unterwegs zu sein“, wie Kiefer weiß, geht plötzlich so nicht mehr.

Er ist wie seine Kolleginnen und Kollegen Ansprechpartner, und sei es auch für Mathe, beim Thema Abschluss und bei der Frage nach dem Danach. Der sonstige Kummer verfliegt nicht, die Langeweile wächst. „Die ganze Regelmäßigkeit fehlt, es gibt nichts Verbindliches“, spricht der Betreuer von der Herausforderung, wieder Struktur hinzubekommen.

Und was notwendige finanzielle Hilfen angeht, müssten sie „erstmal wissen, dass es ein Bildungs- und Teilhabepaket gibt, und dann begreifen, was sich dahinter verbirgt, wie man das nutzt.“ Sie brauchen und erhalten darum Aufklärung – und Ablenkung. -mab-

 
 

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