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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. März 2021

Bäderbilanz: Verantwortung und Sozialrendite

ZUVERSICHT strahlten Bäderleiter Sternagel (l.) und -dezernent Lenz (M.) trotz pandemiebedingt herausfordernder Lage aus. Foto: Steffler

ZUVERSICHT strahlten Bäderleiter Sternagel (l.) und -dezernent Lenz (M.) trotz pandemiebedingt herausfordernder Lage aus. Foto: Steffler

 

Klare Rückgänge in Bäderbilanz durch Pandemie / Potenzial der Landschaft bleibt

Karlsruhes Bäderlandschaft sucht ihresgleichen und profitiert selbst in der Krise davon, mit großem Potenzial gut aufgestellt zu sein. Ausgerechnet aus der Weltfinanzkrise 2007 bis 2009 heraus mutig auf Investitionen gesetzt zu haben, zahle sich jetzt aus, versicherte Bürgermeister Martin Lenz am Montag zur Bäderbilanz. „Wir können unseren Familien etwas bieten, haben uns nicht kaputtgespart.“ Der Mehraufwand bei wegen der Pandemie nun unvermeidlich weniger Gästen sei berechtigt, werde nicht von Dauer sein – und: „Jetzt geht es um die Sozialrendite.“

Auch Bäderleiter Oliver Sternagel hob hervor, sich weniger, „weil wir das Geld brauchen, sondern aus Verantwortung“ erneut für ein sofortiges Öffnen aller Bäder bereitzuhalten. Unter dem Strich steht dennoch für 2020, das erste von Corona geprägte Jahr, ein Rückgang der Gesamtbesuchszahl um mehr als die Hälfte gegenüber 2019 von rund 1,64 Millionen Gästen auf knapp 800.000. Aber es hätte schlimmer kommen können. Gleich am 6. Juni, erste vom Land ermöglichte Chance aus dem ersten Lockdown heraus, öffneten Karlsruhes Freibäder, deren Gesamtbilanz mit einem Rückgang um knapp 39 Prozent noch weit milder ausfällt als die der Hallenbäder: minus 65 Prozent, zumal seit November der zweite Lockdown greift.

Im ersten hatten die Verantwortlichen von Tag eins an auf Instandhaltung und Erneuerung gesetzt. „Das ging voll auf, nur war bei der zweiten Zwangsschließung diese Möglichkeit weitgehend ausgeschöpft“, erklärte Sternagel, dass Einige dann in Kurzarbeit mussten. Es habe sich gezeigt, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, Maschinen laufen zu lassen, statt sie mühselig wieder in Gang zu bringen. Sowieso gilt: „Ganz abschalten können wir nicht“, aber etwa bei Energie, Chemikalien, Marketing sparen.

Leistungs- und Rehasport blieben zulässig, Prüflinge aus dem ganzen Land kamen nach Karlsruhe. Das fing im auf Sport ausgelegten Fächerbad viel auf. Voraussichtlich in den Pfingstferien soll ein ganzes Hallenbad nur dem Schwimmen lernen dienen. Auch wirtschaftlich blickt der Geschäftsführer wegen der Attraktivität des Angebots recht optimistisch voraus: „Vielleicht können wir nicht aufholen, aber weitgehend kompensieren.“

Was am Ende raus und obendrauf kam

Trotz und wegen enormer Investitionen sowie dank kreativer Energie konnten die Verantwortlichen den operativen Zuschuss für alle Bäder 2009 bis 2019 bei durchschnittlich 5,6 Millionen Euro halten. Für voriges Jahren kommen rund fünf Millionen obendrauf. Nicht zuletzt, weil auch das Zugpferd Europabad wegen der langen Zwangsschließungen oder Nutzbarkeit nur mit starken Einschränkungen große Einbußen zu verzeichnen hatte. Bei einem Besuchsrückgang von fast 60 Prozent betrug das operative Ergebnis nach zuvor plus 2,4 nun minus 2,8 Millionen Euro. Das erhoffte Spitzenjahr war es freilich auch nicht für das Fächerbad, aber das operative Ergebnis sank gegenüber 2019 nur von rund 1,8 auf zwei Millionen Euro, da Sport und Prüfung dort möglich blieben. -mab-

 
 

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