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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. März 2021

Migrationsbeirat: Integration durch Lockdown verzögert

Unter den Auswirkungen der Schulschließungen während des ersten Lockdowns hatten Kinder und Jugendliche der Internationalen Vorbereitungsklassen in allgemeinbildenden und beruflichen Schulen besonders zu leiden.

Zu diesem Schluss kommt das Schul- und Sportamt (SuS) in dem aus aktuellem Anlass um eine Umfrage unter Lehrkräften ergänzten Bericht zur Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher 2019/2020. Der Online-Unterricht für die Schülerinnen und Schüler mit keinen oder nur geringen Deutschkenntnissen sei krisenbedingt auch bei städtisch finanzierten Sprachangeboten nicht mehr richtig in Schwung gekommen. Gefehlt hat es nicht nur an technischer Ausstattung und grundlegenden Kompetenzen im Umgang mit digitalen Lernmethoden, sondern auch an angemessener Unter-stützung im Home-Schooling.

Auch in diesem Bereich habe die Corona-Krise eine „besonders vulnerable Gruppe“ getroffen, sagte SuS-Mitarbeiterin Johanna Hopfengärtner vor den Mitgliedern des Migrationsbeirats, der jüngst unter Vorsitz von Bürgermeister Martin Lenz im Rathaus tagte. Demnach sei damit zu rechnen, dass sich die Integration in Regelklassen und in reguläre Bildungs- und Ausbildungsgänge in vielen Fällen verzögere. Der Bericht bringe die Lage „gut auf den Punkt “, forderte Dr. Tassi Giannikopoulos Lösungen. Die Stadt habe einiges abgefedert, dankte Dr. Iris Sardarabady, gleichwohl gebe es „viel Luft nach oben“. Empörend sei, dass Schülern aus Vorbereitungsklassen noch immer die Teilnahme an der Ganztagsgrundschule verwehrt worden sei.

Abhilfe schafft ein Pilotprojekt der Schillerschule. Helene Khuen-Belasi regte an, den Bericht an das Land weiterzuleiten. „Jeder Kreis sollte eine solche Erhebung vorlegen“, dann werde deutlich, wie hoch der Förderbedarf ist und wie Schulen Fernunterricht gelingt. Über den Digitalpakt stünden Leihgeräte und für schnelleres Internet LTE-Router zur Verfügung, auch Elternarbeit werde unterstützt, erklärte Hopfengärtner. Für echte Bildungschancen wenig Privilegierter reichten Investitionen in die Technik aber nicht. Das Anwenden digitaler Lernmethoden müsse in jeder Altersstufe integraler Bestandteil des Unterrichts sein. -maf-

 
 

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