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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. März 2021

Amtseinführung: Karlsruhes Wohl wahren

DEMÜTIG DANKBAR und entschlossen nahm Dr. Mentrup die Amtskette von Stadtrat Cramer entgegen. Formell vollzog sich in diesem feierlichen Moment der das Stadtoberhaupt bestätigende Wahlsieg. Foto: Steffler

DEMÜTIG DANKBAR und entschlossen nahm Dr. Mentrup die Amtskette von Stadtrat Cramer entgegen. Formell vollzog sich in diesem feierlichen Moment der das Stadtoberhaupt bestätigende Wahlsieg. Foto: Steffler

DAS LAND, vertreten durch Staatssekretärin Splett, erbot OB Mentrup auch zur zweiten Amtszeit Ehre. Foto: Steffler

DAS LAND, vertreten durch Staatssekretärin Splett, erbot OB Mentrup auch zur zweiten Amtszeit Ehre. Foto: Steffler

 

Bisheriger und künftiger Oberbürgermeister Mentrup offiziell eingeführt / Stadtoberhaupt nennt Klimaschutz, Haushaltslage und Corona Kernherausforderungen

Stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderats, Leiter einer Verwaltung beziehungsweise des Konzerns Stadt mit rund 13000 Beschäftigten, Repräsentant Karlsruhes: Diese Funktionen, Bürden und Chancen vereint der alte und neue Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup über die Süddeutsche Ratsverfassung in sich, was Respekt einflößt und anspornt. Zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung legte das Stadtoberhaupt den Amtseid ab – unter Corona-Bedingungen, aber doch würdevoll.

Sein Motto „Karlsruhe. Gemeinsam. Gestalten“, angelehnt an das vorherige „Zuhören, verbinden, gestalten“, wolle er mit Leben füllen, „den größtmöglichen Konsens suchen“, erklärte Mentrup. Um „in größtmöglicher Anstrengung“ neben all den Projekten drei zentrale Herausforderungen anzugehen: den Klimaschutz, während der Umsteuern gebietende Wandel längst in Gange sei, die Haushaltssituation der Stadt und die Corona-Krise.

Nach dem Wahlsieg im ersten Durchgang vorigen Dezember, wie acht Jahre zuvor, begann die zweite Amtszeit nun richtig. „Es ist nicht nur geltendes Recht, sondern auch guter Brauch“, dies in öffentlicher Gemeinderatssitzung zu vollziehen, sagte Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, die den von seiner Frau Dr. Andrea Hoffend begleiteten Mentrup eingangs vertrat. „Ihre Wähler sind der Meinung, dass Sie Einiges richtig gemacht haben“, erwachse daraus die Aufgabe, „ausgleichend zu wirken“ bei „besonderer Glaubwürdigkeit“.

Einen so großen Bahnhof wie 2013 ließ die Pandemie nicht zu, das Land es sich aber nicht nehmen, mit Staatssekretärin Gisela Splett eine Repräsentanz und Bekannte zu entsenden. Den Rang, den sie heute noch hat, bekleidete Mentrup auch ab 2011. Bei allem Bedauern, dass diese Form der Zusammenarbeit nicht länger währte, sei die Anziehungskraft, Stadtoberhaupt in Baden-Württemberg werden zu können, natürlich enorm. „Was die Sache ja noch viel besser macht, ist, dass es eine badische Stadt ist“, wünschte Splett die „notwendige Kraft und weiter viel Freude“.

Als dienstältestes Mitglied des Gemeinderats oblag es Lüppo Cramer, Vorsitzender der Fraktion KAL/Die PARTEI, das Zeremoniell vorzunehmen. „Ihre erste Aufgabe ist es, erster Bürger der Stadt zu sein“, betonte Cramer, nannte das Wahlergebnis (52,6 Prozent) „beeindruckend und Auftrag, da zu sein“. Auch für die, die nicht oder jemand anders gewählt oder kein Wahlrecht hätten. Viel sei gelungen, Großes wie Stadion oder Staatstheater noch zu meistern.

Der OB habe Karlsruhe international und gegen Rechtsextremismus aufgestellt, hob Cramer hervor und wünschte „ein gutes Gespür dafür“, wann die Leine locker gelassen werden kann, wann ein straffes Signal geboten ist. Dann gab der Stadtrat die Formel zu Vereidigung und Verpflichtung vor. Mentrup schwörte, „nach bestem Wissen und Können führen“, „Gerechtigkeit gegen jedermann üben“ zu wollen und gelobte, „die Rechte der Stadt gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohnerinnen und Einwohner nach Kräften zu fördern“.

Wiederwahl klinge nach Routine, doch seine erste Wahl zur Bestätigung einer Rolle bedeute ihm besonders viel, unterstrich Mentrup. In finanziell angespannter Lage seien Einnahmemöglichkeiten zu hinterfragen; „nicht auf Kosten der übernächsten Generation“. Karlsruhe sei „in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt“, müsse sich aber auch von manchem verabschieden. Corona werfe auch soziale Fragen auf, und es gehe darum, „Menschen zu befähigen, ihre Situation noch besser selbst in die Hand zu nehmen“. Es gelte, sich von der inzidenzgebundenen Entwicklung zu lösen und die wichtige Akzeptanz, die Deutschland in der Pandemie geholfen habe, für das Notwendige wieder zu stärken. Für Karlsruhe sei nicht zuzulassen, dass der Innenstadt nach Fertigstellung der Kombilösung die Lebendigkeit fehle, allgemein Internationalität wichtiger denn je. -mab-

 
 

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