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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. April 2021

Corona: Corona und die Psyche

Besorgnis und Zuversicht bei Karlsruher Einrichtungen

Zahlreiche Organisationen und In-stitutionen in Karlsruhe betrachten die psychische Situation der Mitmenschen in der dritten Corona-Welle zugleich mit Besorgnis und Zuversicht. Letztere rührt aus der Annahme, dass die Pandemie in nicht allzu ferner Zukunft eben doch überwunden ist. Wie es etwa der Leiter der Psychiatrischen Klinik beim Städtischen Klinikum, Prof. Dr. Michael Berner, am Dienstag im Online-Pressegespräch „Corona und kein Ende – Was hilft?“ einordnete: Corona werde dank steigender Impfzahlen zu stoppen sein – wie auch vor gut 100 Jahren die verheerende Spanische Grippe im Wesentlichen überwunden war.

Wenn, wie auch zu Wochenbeginn der Fall, keine Klinikbetten mehr verfügbar wären, entwickle man entsprechende Phantasie. Abgewiesen werde niemand.
Am digitalen Austausch rund um den Fachtag Depression beteiligten sich viele Akteure, die sich um Menschen in (seelischer) Not kümmern. Die meisten sahen die Erschwernis, Kontakte zu knüpfen, angesichts notwendiger Einschränkungen, und dass Probleme insbesondere bei ohnehin labilen Menschen anwachsen. So werden etwa bei der Telefonseelsorge oder beim Arbeitskreis Leben sogar häufiger Suizidgedanken geäußert. Beratung und auch rettende Hilfe anzubieten, sei weiter auf verschiedenen Ebenen möglich.

Wenn es etwa an ausreichend großen Räumen fehlt oder Ratsuchende ohnehin Alternativen bevorzugen, läuft der Kontakt oft über Telefon, E-Mail oder Sonstiges. So ist beispielsweise die Beratungsstelle von pro familia mittlerweile auch über Instagram oder Facebook zu erreichen. Wo sonst stets offene Türen anzufinden sind, wie bei der „Brücke“, gibt es den Umweg, zunächst anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Dann ist ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht dennoch möglich. Der Club Pinguin des Zentrums für Seelische Gesundheit hatte voriges Jahr sieben Wochen geschlossen. Inzwischen gilt dort die Maxime: eine Person, ein Tag, ein Angebot. Was aber auch Probleme bereitet, weil nicht selten Partner zusammen Beratung suchen. Nun kommt so zumindest eine Person vormittags, die andere am Nachmittag an die Reihe. -erg-

 
 

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