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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. April 2021

Regierungspräsidium: Hochwasserschutz im Fokus

DREI VARIANTEN werden derzeit am Rhein beim Knielinger See geprüft, um Hochwasser- sowie Natur- und Artenschutz miteinander zum bestmöglich umfassenden Ergebnis zu verbinden. Foto: Knopf

DREI VARIANTEN werden derzeit am Rhein beim Knielinger See geprüft, um Hochwasser- sowie Natur- und Artenschutz miteinander zum bestmöglich umfassenden Ergebnis zu verbinden. Foto: Knopf

 

Mehr Raum für naturnahe Entwicklung am Rhein / Projektbegleitkreis eingerichtet

Baden-Württemberg hat in seinem Dammertüchtigungsprogramm den Abschnitt des Rheinhochwasserdamms XXV Knielinger See vom Sperrtor des Hafens bis zum Pegel Maxau nördlich der Rheinbrücke als sanierungsbedürftig eingestuft. Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe (RP KA) hat nun mit den Planungen begonnen. Dabei werden Varianten untersucht, die den Hochwasserschutz gewährleisten und Verbesserungen für den Naturschutz mit sich bringen.

Drei Varianten an den mehr als 70 Jahre alten Dämmen stehen zur Debatte: die Ertüchtigung des bestehenden Damms XXV (1), Dammrückverlegung und Ertüchtigung des Tulla-Damms (2) sowie Dammrückverlegung in die Burgau mit Dammneubau (3).

„Wir untersuchen zunächst, wie die Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms erfolgen soll“, erklärte Peter Schneider, Referatsleiter Landesbetrieb Gewässer. „Wir prüfen neben der Dammertüchtigung auf der bestehenden Trasse auch, ob sich eine Dammrückverlegung realisieren lässt, um neben einem besseren Hochwasserschutz dem Fluss mehr Raum für eine naturnahe Entwicklung der Auen zu geben“, fügte er an. Der Dammabschnitt am Knielinger See biete die Chance, dies zu realisieren.

Die betrachteten Flächen liegen größtenteils im Naturschutzgebiet. „Dammrückverlegungen sind aus Sicht des Natur- und Artenschutzes in der Regel vorteilhaft“, führte Daniel Raddatz aus, der Leiter des Referats Naturschutz und Landschaftspflege. Allerdings sei ein Dammneubau auch ein großer Eingriff in die Natur, Vor- und Nachteile seien gründlich abzuwägen. Auch die Zugänglichkeit des Hofguts Maxau sei zu berücksichtigen. Bei einer Dammrückverlegung müsse das Hofgut eigens mit Dämmen geschützt werden.

Im weiteren Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung wird ein Projektbegleitkreis eingerichtet, um allen Belangen gerecht zu werden und Behörden sowie weitere Akteure einzubinden: Naturschutz, Forst, Landwirtschaft, Klima- und Naturschutzverbände, nicht zuletzt der Bürgerverein Knielingen. Im Mai soll der Kreis zusammenkommen. „Gerade die Beteiligung der Öffentlichkeit ist uns sehr wichtig“, betont indes Projektleiter Jens Teege. -voko-

 
 

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