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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. April 2021

Gemeinderat: Honorare kaum leistbar

Debatte um Ausstellungsvergütung für Künstler

Bei Theateraufführungen und Konzerten erhalten Kulturschaffende wie selbstverständlich Gagen, die Ausstellungen bildender Künstlerinnen und Künstler werden hingegen nicht honoriert. Die Fraktion DIE LINKE wollte diesen Auswuchs der „Unkultur der Selbstausbeutung“ (Mathilde Göttel) nicht länger dulden und forderte ein Konzept für kommunale Ausstellungvergütung aus einem separat gespeisten Fonds. Gesetzt den Fall es gäbe ihn, beliefen sich die Kosten der freiwilligen Subvention nach Berechnungen der Verwaltung auf jährlich rund 310000 Euro. Eine „erkleckliche“ Summe, die „wir im jetzigen Haushalt weder einstellen können noch dürfen“, bedauerte OB Dr. Frank Mentrup.

Die Städtische Galerie etwa agiere in Sachen Vergütung vorbildlich, anderen Häusern könne die Stadt das nicht vorschreiben, plädierte Mentrup für eine einheitliche Regelung dieses „hochbrisanten Themas“ auf Landes- und Bundesebene.
Die Vergütung sei längst überfällig, wollte GRÜNE-Stadträtin Renate Rastätter zumindest einen ersten Schritt hinbekommen, ebenso KAL/Die PARTEI-Stadtrat Michael Haug, der für „kreative Lösungen“ warb, um ortsansässigen Künstlerinnen und Künstlern zu helfen.

„Absolut gerechtfertigt“ fand das Ansinnen auch SPD-Stadtrat Dr. Anton Huber, wichtig seien „zielgenaue Bezuschussung“ und das Klären offener Fragen. Sympathie für die Idee der Linken bekundeten Dr. Rahsan Dogan (CDU), Annette Böringer (FDP) und FW/FÜR-Stadträtin Petra Lorenz. Sie fürchteten aber wegen der schwierigen Haushaltslage, das städtische Budget zu überspannen. Auch AfD-Stadtrat Oliver Schnell lehnte eine Vergütung ab, auch mangels gesetzlicher Basis. -maf-

 
 

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