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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. April 2021

Gemeinderat: Spurensuche im Braunen Haus

ERINNERUNGSORT: Das frühere Braune Haus in der Ritterstraße. Foto: MMG

ERINNERUNGSORT: Das frühere Braune Haus in der Ritterstraße. Foto: MMG

 

Das Haus Ritterstraße 28 bis 30, das heute im Besitz des Landes ist, trägt eine Geschichte, die auch von Gräueln in der Zeit des Nationalsozialismus besetzt ist.

Im damals als Adolf-Hitler-Haus bezeichneten Gebäude, das im Volksmund „Braunes Haus“ genannt wurde, war zunächst das NSDAP-Gauamt, von 1943 bis 1944 zusätzlich die Abteilung Abwehr der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Karlsruhe untergebracht. Bekannt ist, dass diese in zwei Zellenräumen im Keller Verhöre von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern durchführte.

Ein jetzt anstehender Mieterwechsel im Gebäude war für die LINKE-Fraktion Anlass für einen Antrag mit dem Ziel, mit den Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen, um mögliche Spuren der Gestapo-Zellen und Akten in den Kellerräumen sichern zu können. In einem Ergänzungsantrag forderte die FDP-Fraktion, die Verwaltung solle im Sinne des Gedenkens und der städtischen Aufarbeitungskultur recherchieren, welche Bürgerinnen und Bürger an diesem Ort Opfer von staatlicher Folter wurden.

Beide Begehren stießen im Plenum auf einmütige Zustimmung. Die Stadträtinnen und Stadträte zeigten sich ebenso mit der Stellungnahme des Bürgermeisteramts einverstanden. Danach wird die Stadt mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium als derzeitigen Nutzern Kontakt aufnehmen mit der Bitte, die Lage der früheren Zellen feststellen und nach authentischen Überresten suchen zu können. Sind Spuren vorhanden, sollen eine Dokumentation der Räume und eine Beratung über einen möglichen Erhalt erfolgen. -trö-

 
 

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