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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. April 2021

Stadtgeschichte: Vor 150 Jahren geboren

FRITZ HIRSCH 1920, nach Gemälde von Franz Danksin, im Besitz der Stadt Bruchsal. Foto: pr

FRITZ HIRSCH 1920, nach Gemälde von Franz Danksin, im Besitz der Stadt Bruchsal. Foto: pr

 

Fritz Hirsch war als Architekt badischer Denkmalpfleger und Wissenschaftler

Am Mittwoch, 21. April, jährte sich der Geburtstag des 1938 verstorbenen, bis heute nachwirkenden (Architektur-)Allrounders Friedrich Hirsch, gemeinhin Fritz genannt, zum 150. Male.

Der mit zahlreichen Ehrungen Versehene machte sich nicht nur als Denkmalpfleger einen Namen mit der Restaurierung bedeutender historischer Gebäude im Großherzogtum Baden, darunter die Evangelische Stadtkirche in Karlsruhe oder das Bruchsaler Schloss. Auch als Wissenschaftler betätigte sich der gebürtige Konstanzer nach seiner Promotion in Heidelberg ab 1920 an der Technischen Hochschule Karlsruhe (TH), war Mitglied zahlreicher Kommissionen sowie Zeitschriften-Herausgeber. Die vielen Aufgaben hielten ihn nicht davon ab, etliche Abhandlungen zu kunsthistorischen und architektonischen Fragen zu verfassen.

Seine wichtigste Schrift „100 Jahre Bauen und Schauen“ – bis heute Standardwerk für Karlsruhes Baugeschichte und Fundgrube für Kulturhistoriker und Genealogen – vollendete er indes nie. Schließlich trat Hirsch nach Stationen in den Bauverwaltungen der Städte Heidelberg und Bruchsal in die Dienste des Badischen Finanzministeriums – zum Zeitpunkt seiner Entlassung 1933, allein wegen seiner jüdischen Herkunft ausgesprochen, als Ministerialrat.

Sein im Vergleich zu den anderweitigen Tätigkeiten überschaubares Wirken als Architekt rückt zumeist in den Hintergrund, ist jedoch nicht minder bemerkenswert. Zu nennen sind hier Kranken-, Schulhaus- und Kirchenbauten sowie einige Villen. In Karlsruhe übernahm Hirsch als Mitglied der Burschenschaft Germania 1909 die Planungen des dreistöckigen Verbindungshauses in der Parkstraße 1.

Das repräsentative Gebäude im Burgbau-Genre mit Jugendstilelementen wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Gegensatz zum Verbindungshaus steht das 1928 errichtete Studentenhaus der damaligen TH Karlsruhe am Adenauerring 7 noch heute. Der Festsaal darin erfreut sich, nur ausgehebelt durch die Pandemie, nach wie vor großer Beliebtheit als Veranstaltungsraum. -ew-

 
 

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