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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Mai 2021

Sanierung Badisches Staatstheater: Wilde Zahlenspiele helfen nicht

EINE BAUSTELLE ist und bleibt das Badische Staatstheater. Foto: MMG

EINE BAUSTELLE ist und bleibt das Badische Staatstheater. Foto: MMG

 

OB Mentrup informiert / Bürgerforum am 14. Mai

„Wollen wir uns ein Badisches Staatstheater in dieser Qualität leisten oder nicht?“, bleibt für Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup die entscheidende Frage. Diese muss der Gemeinderat auf Initiative von CDU und Grünen wegen vertieften Beratungsbedarfs nicht wie geplant noch im Mai beantworten, er soll dies aber nun im Juni tun. Noch rechtzeitig vor der Sitzung des Theater-Verwaltungsrats. Bei einer wegen großen Medieninteresses und Spekulationen um immense Kostensteigerungen anberaumten Pressekonferenz am Mittwoch sprach Mentrup von „wilden Zahlenspielen“, die jeglicher Grundlage entbehrten.

Fakt ist: Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters werden wesentlich teurer als noch 2017 auf Grundlage eines externen Gutachtens angenommen (325 Millionen Euro). Die nun auf zwölf Jahre Bauzeit (2022 bis 2034) kalkulierten, von Stadt und Land je zur Hälfte getragenen Kosten belaufen sich mittlerweile auf gut 508 Millionen Euro – Baupreissteigerungen und Risikozuschläge inklusive. Soweit so bekannt. Nicht einberechnet waren jedoch die Ausgaben für die Gestaltung des Theatervorplatzes, Mobiliar sowie eine mögliche Interimsspielstätte für das Große Haus, die Mentrup zufolge wohl auf das Konzerthaus als Ausweichquartier hinauslaufe. Alles in allem dürften sich diese Posten aktuell auf rund 60 Millionen summieren.

Zuletzt sei allerdings von 700 Millionen Euro und mehr die Rede gewesen. Ein laut Mentrup „unlauterer Versuch“ die aktuellen Berechnungen zu Um- und Neubau bei laufendem Betrieb durch eine nicht verifizierbare Größenordnung zu ersetzen und „uns ein falsches Spiel zu unterstellen“. Es sei völlig legitim, angesichts der angespannten Haushaltslage kritisch und grundlegend darüber zu diskutieren, ob man sich „eine solche Entscheidung leisten kann“, welchen Anspruch Karlsruhe als Kulturstadt hat oder ob es andere Prioritäten gibt. Schon im Dezember 2020 war von der FW/FÜR-Fraktion die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt und um Prüfung gebeten worden, ob ein mit geringeren Risiken behafteter Neubau in der Gesamtbetrachtung nicht doch günstiger sei. Ist er nach Ansicht Mentrups nicht, „dasselbe in günstiger wird nicht darstellbar sein“. Eine Mehrheit des Gemeinderats habe sich 2017 für genau diesen Entwurf entschieden. Wenn eine solche das Vorhaben nun anders bewerte, „brauche ich konkrete Ansagen“: wo gespart werden soll und was man, für andere Wege plädierend, zu riskieren bereit ist.

Zum Stand der Dinge informiert am Freitag, 14. Mai, ab 18 Uhr ein virtuelles Bürgerforum, das die Bedeutung des Projekts, Planung, Bauzeit und Kostenentwicklung sowie den städtebaulichen Kontext beleuchtet. Neben Expertinnen und Experten der Stadt Karlsruhes und des Badischen Staatstheaters nehmen daran mit Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, sowie ihrer Kollegin Petra Olschowski vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst auch Vertreterinnen des Landes teil. Wer möchte, kann die Veranstaltung via Livestream auf dem Youtube-Kanal der Stadt verfolgen. Im Chat eingebrachte Fragen und Diskussionsbeiträge sind willkommen. -maf-

 
 

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