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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Juni 2021

Klare Perspektiven gefordert: Re-Start auch für Kulturszene

FORDERN UNTERSTÜTZUNG UND VERTRAUEN: Verbandsdirektor Prof. Gerd Hager (Mitte), Britta Velhagen (Tollhaus) und Sven Varsek (KME) waren drei der Diskutanten über Perspektiven der Kulturszene. Foto: Knopf

FORDERN UNTERSTÜTZUNG UND VERTRAUEN: Verbandsdirektor Prof. Gerd Hager (Mitte), Britta Velhagen (Tollhaus) und Sven Varsek (KME) waren drei der Diskutanten über Perspektiven der Kulturszene. Foto: Knopf

 

Sicherheit hat oberste Priorität

Neben der Hotellerie/Gastronomie leidet bekanntlich insbesondere die Kulturwirtschaft unter der Corona-Krise. Akteure und Veranstalter aus der Karlsruher Kulturbranche luden kürzlich ins „Crystal Sound“, um Szenarien zur Wiederöffnung inklusive einer sicheren Planung für die Veranstaltungsszene zu diskutieren.

Prof. Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, plädierte für Pilotprojekte und modellhafte Einrichtungen in der Kulturregion Karlsruhe. „Wir brauchen klare Aussagen für die Rahmenbedingungen, Best Practice-Beispiele und finanzielle Hilfe.“ Zudem forderte er die Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie das generelle Vertrauen in die Kultur-Veranstalter ein.

Jens Dietrich (Rantastic Livebühnen und Eventlocations) erinnerte daran, dass seit 15 Monaten Mitarbeiter der Kulturszene nicht mehr arbeiten können. „Da sind viele Solo-Freelancer darunter. Entweder sie sind in Kurzarbeit oder in andere Branchen geflüchtet. Die Frustration ist groß“, so der Veranstalter aus Baden-Baden. Es sei höchste Zeit für einen Re-Start mit einem klaren Datum. Eine „NASA-Strategie“ brachte Sven Varsek KME (Karlsruhe Marketing und Event Gmbh) ins Spiel.

Damit sei mitnichten die Raumfahrtbehörde gemeint, sondern das allmähliche Abheben der Kulturbranche, ein gemütliches Durchstarten bei der Sicherheit oberste Priorität habe. „Es geht nicht darum, ein kurzfristiges Feuerwerk abzubrennen. Wir wollen vorsichtig, nachhaltig und behutsam vorgehen“, so Varsek, der an Chöre und Tänzer-Ensembles erinnerte, die seit langem nicht mehr proben können.

Auch Britta Velhagen (Tollhaus) verlangte nach klaren Perspektiven, wann Probe- und Veranstaltungsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Das Tollhaus wolle mit einem musikalischen Biergarten als Generalprobe vorsichtig starten. Konzepte für bestuhlte und unbestuhlte Konzerte sollten ferner geprüft werden. Verlässliche Perspektiven für die Messe-Branche forderte Gerd Gruss (Rock Shop/Crystal Sound) ein. Michael Brombacher, der Geschäftsführer von Megaforce in Weingarten, der mit seinem Team schon Bühnen für Iron Maiden bis zum Papst errichtete, wünschte sich mehr mediale Unterstützung für den Öffnungsprozess der Kulturbranche. -voko-

 
 

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