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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Juli 2021

Gemeinderat: Bebauungsplan für Grün-Areal

BEIERTHEIMER FELD, II. Abschnitt, Änderung südlich des Weinbrennerplatzes“, Karlsruhe Südweststadt und Weststadt ist der getroffene Beschluss zum Bebauungsplan überschrieben. Archivfoto: Fränkle

BEIERTHEIMER FELD, II. Abschnitt, Änderung südlich des Weinbrennerplatzes“, Karlsruhe Südweststadt und Weststadt ist der getroffene Beschluss zum Bebauungsplan überschrieben. Archivfoto: Fränkle

 

Mehrheit stimmt für Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss / Debatte um Parkplätze

Ein umfassender Umweltbericht, behördliche Beteiligungsnachweise sowie Entwürfe der notwendigen Bauvorschriften und Begründungen runden neben Anderem ab, was nach intensiver Debatte mehrheitliche Zustimmung im Gemeinderat fand. Das Beiertheimer Feld könnte auf rund 23 Hektar zwischen Weinbrennerplatz und Günther-Klotz-Anlage alsbald bestellt, besser gesagt erschlossen und vielfach sich selbst überlassen werden.

Durch den Beschluss zu Aufstellung und Auslegung rückt die Realisierung des Bebauungsplans näher. Dem Selbstverständnis Karlsruhes als Grüne Stadt entsprechend, bildet das Sichern gärtnerischer Nutzung einen Schwerpunkt. „Sinn ist die Sicherung der Grünflächen“ betonte Johannes Honné (GRÜNE) und ergänzte Kita, zur Erweiterung vorgesehen, sowie Aktivspielplatz. Umstrittener im Plenum war der Schulhof, dessen Ausmaße OB Dr. Frank Mentrup zufolge immer noch bei Weitem das Erforderliche überschreiten, während neben engagierten Eltern etwa die Grünen jeden Einschnitt hinterfragen. Die per CDU-Antrag verlangten 73 Parkplätze seien abzulehnen, die 46 nötigen wohl akzeptabel. CDU-Fraktions-vorsitzender Tilman Pfannkuch hielt dagegen: „Dieses Kleingartengebiet hat eine besondere Geschichte“ und erfordere es, dass teils seit Jahrzehnten aktive Nutzerinnen und Nutzer an die Parzellen kommen.
Einmal als Wohngebiet gedacht, diene das Beiertheimer Feld nun als „grüne Lunge für die Weststadt“, hob Michael Zeh (SPD) hervor. Das Thema Parken werde sicher noch strittig bleiben und eine Rolle spielen, votierte seine Fraktion aber gegen die CDU. Unterstützung fand sie durch AfD, FDP und FW/FÜR sowie die KAL-Stadträte Lüppo Cramer („Bürgerverein nicht einverstanden, dem sollte man Gehör schenken und folgen“, Fokus auf Weinbrennerschule und ihre Naturpädagogik absolut zu unterstützen) und Michael Haug. Nach Ablehnung des Antrags bei 21:28 Stimmen votierten 31 Stadträtinnen und Stadträte (GRÜNE, SPD, KAL/DIE PARTEI, DIE LINKE. sowie Jürgen Wenzel und Friedemann Kalmbach, FW/FÜR) mit dem OB für den Bebauungsplan, die Übrigen dagegen. Wenzel hatte von Wohlwollen gesprochen, doch eine kritische Parksituation werde noch kritischer. „Es geht ja nicht um Park-Schutz, sondern um Grün-Schutz“, betonte Mathilde Göttel vom LINKE-Vorstands-kollektiv und warb für „gezieltes Parken an klaren Orten“. AfD-Fraktionsvorsitzender Dr. Paul Schmidt warnte vor einem „Riesenproblem“. Notare, Ärzte und Gewerbe sowie deren Kundschaft seien zu bedenken – „warum Bürgervereine einbinden, wenn wir uns nicht scheren?“ Die Beschlussvorlage „zeigt die Komplexität in innerstädtischer Lage“, konstatierte OB Mentrup im Wissen um das Parkproblem mit Kunden, Anwohnern, Pendlern und mit dem Anspruch, etwa die umkämpfte Kleingartenanlage attraktiver zu konsolidieren. „Wir werden es nie allen recht machen“, Leitfragen blieben: „Wie kriegen wir das Viertel weiterentwickelt und wie reduzieren wir die Attraktivität für die, die da eigentlich nichts verloren haben?“ -mab-

 
 

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