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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Juli 2021

Bodenrichtwerte: Wieviel kann ein Grundstück kosten?

Gutachterausschuss ermittelte neue Bodenrichtwerte / Steigende Quadratmeterpreise

Zu wenig Angebot bei zu viel Nachfrage, diese Situation heizt auf dem Immobilienmarkt schnell die Preise an. Um bei Kaufinteresse auf der sicheren Seite zu sein, können sich Bürgerinnen und Bürger an den Bodenrichtwerten orientieren, die vom Gutachterausschuss der Stadt Karlsruhe gerade neu ermittelt wurden. Die aktuelle Version steht zum Online-Abruf oder zur Einsichtnahme bereit.

„Ziel ist es, dass die Kundinnen und Kunden nicht über den Tisch gezogen werden“, betont Dr. Michael Mürle, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Anhand der amtlichen Kaufpreissammlung sowie weiterer Faktoren, wie beispielsweise Lage, Erschließungsgrad, Maß und Art der baulichen Nutzung oder Infrastrukturanbindung, ermittelt das Gremium insbesondere die Werte für Wohn-, Gewerbe- und Freizeitgrundstücke.

Die sehr spezifischen örtlichen Gegebenheiten sorgen dafür, dass das gesamte Stadtgebiet in insgesamt 778 verschiedene Zonen eingeteilt ist. Diese unterscheiden sich nicht nur nach der Nutzungsart, sondern auch deutlich nach dem Preis. Für ein Ein- oder Zweifamilienhausgrundstück reicht die Spanne über alle Lagen von 360 bis 1.000 Euro je Quadratmeter. Deutlich günstiger zu haben sind Immobilien zur gewerblichen Nutzung, die bei durchschnittlich 175 Euro je Quadratmeter liegen, und Gartenhausgrundstücke mit 18,50 bis 30 Euro pro Quadratmeter.

Während gerade in den Außenbereichen noch Kaufverträge für unbebaute Grundstücke als Grundlage dienen können, wird es in den hochverdichteten Arealen schon schwieriger. „Wo keine unbebauten Grundstücke mehr vorhanden sind, geht man über Ersatzverfahren“, erläutert Rüdiger Huck, Leiter der Geschäfts-stelle des Gutachterausschusses. In der Karlsruher Innenstadt werden zurzeit daher zum zweiten Mal mittels einer Fragebogenaktion die Erdgeschoss-Ladenmieten abgefragt und mit der Passantenfrequenz in Relation gesetzt. „Rund 40 Prozent Rücklaufquote sind nicht schlecht“, sagt Huck, appelliert aber zugleich zu mehr Teilnahme, denn „jede Antwort ist ein wichtiger Beitrag zur Ermittlung von Bodenrichtwerten. Im Übrigen besteht eine Auskunftspflicht nach Baugesetzbuch.“ Als Richtwert für Handels- und Büroimmobilien in der Innenstadt wurde aktuell ein Durchschnitt von 4.300 Euro je Quadratmeter ermittelt.

„Man sieht erneut, dass die Preise weiter ansteigen“, bilanziert Hucks Stellvertreter Marc-Simon Vetter. Im Vergleich zu 2014 konnte er einen Anstieg der durchschnittlichen Quadratmeterpreise für den individuellen Wohnungsbau um rund 50 Prozent feststellen. „Kostete vor sechs Jahren ein Reihenhausgrundstück in mittlerer Lage noch durchschnittlich 390 Euro pro Quadratmeter, sind es heute schon 590 Euro“, erklärt Vetter. Grund dafür sei die ungebrochene Nachfrage in Verbindung mit einem stagnierenden Angebot. Die Bodenrichtwerte sind auch als zentrale Wertgrundlage für das neue Grundsteuermodell vorgesehen. Noch bis zum 30. Juli können die Zahlen in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Karl-Friedrich-Straße 14-18, oder jederzeit im Internet auf karlsruhe.de/ b3/bauen/gutachterausschuss eingesehen werden. -eck-

 
 

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