Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Juli 2021

Flächennutzungsplan: Spagat bei Ausweisung

Flächennutzungsplan Wohnen/Gewerbe

Flächennutzungsplan Wohnen/Gewerbe

 

Flächennutzungsplan 2030 nun erarbeitet und wirksam

Nach langem, intensivem Austausch der elf Mitgliedskommunen des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe (NVK) und teils hitziger Diskussion mit der eng eingebundenen Öffentlichkeit, liegt nun die Fortschreibung des alten Flächennutzungsplans 2010 vor.

Die Verbandsvorsitzenden des NVK, Karlsruhes OB Dr. Frank Mentrup und sein Ettlinger Amtskollege Johannes Arnold, gaben mit Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder bekannt, dass der neue Flächennutzungsplan 2030 (FNP, nachbarschaftsverband-karlsruhe.de) mit der am 3. Juli erfolgten Veröffentlichung wirksam ist: am erfolgreichen Ende eines Prozesses, der im März 2012 begonnen hatte.

Der FNP koordiniert über Gemarkungsgrenzen hinweg die Entwicklung von Siedlungs- und Freiflächen des NVK, der fast eine halbe Million Menschen vertritt. „Eine Fortschreibung mit elf Gemeinden ist kein 100-Meter-Lauf. Eher eine Radrundfahrt mit vielen Etappen wie die Tour de France“, erklärte OB Mentrup den nicht unüblichen Zeitraum. OB Arnold lobte das Team des Regierungspräsidiums für die zügige Prüfung und Genehmigung des Planwerks, das fast 800 Seiten umfasse.

Die Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein hoben sie ebenfalls hervor – wie die enge Kooperation der Mitglieder, welche bisweilen ein Ausweisen von Wohnland auf anderer Gemarkung ermöglichte. Bei angespannter Marktlage stand die Suche nach neuen Wohnbauflächen im Fokus: 117 Hektar konnten neu ausgewiesen werden. Bei gewerblichen Bauflächen ging es vor allem darum, das bestehende Angebot bedarfsgerecht umzugestalten. Gegenüber dem FNP 2010 erfuhren 52 Hektar eine Verlagerung an geeignetere Standorte, 23 wurden neu ausgewiesen.

Als größte Herausforderung bei der Flächensuche bezeichnete Mentrup den Spagat zwischen verantwortungsvollem Umgang mit wertvollen Landwirtschafts-, Wald- und Naturflächen sowie Spielraum für qualitätsvolle städtebauliche Entwicklung. Letztlich habe man sich „im Verband darauf verständigt, unsere bestehenden Ressourcen effizienter zu nutzen“. So wurde das Flächenpotenzial nicht voll ausgeschöpft, zugleich verpflichteten sich die Verantwortlichen aber, „dichter“ oder eben „effizienter“ zu bauen. -red-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe