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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Juli 2021

Forschungsprojekt: Honigbiene im Klimawandel

Für die Existenz der Menschheit sind Bestäuberinsekten ganz essenziell. Aus diesem Grund hat das Karlsruher Startup apic.ai exemplarisch die Honigbiene aus einer anderen Perspektive betrachtet – nämlich unter Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Das von der Stadt bezuschusste Forschungsprojekt war von der SPD-Fraktion in den Doppelhaushalt 2019/20 eingebracht und von OB Dr. Frank Mentrup mit Sperrvermerk in den Ausschuss für Umwelt und Gesundheit verwiesen worden. Vor Kurzem stellte Gründerin Katharina Schmidt den Abschlussbericht vor. Ihr Team hatte an 17 Standorten im Stadtgebiet ein kamerabasiertes Monitoringsystem installiert, welches am Eingang der Bienenstöcke misst, wie viele Tiere den Stock betreten und wie viel Pollen sie gesammelt haben. Menge und Farbe der Blütenpollen dienten als Indikator für Futterverfügbarkeit und lokale Pflanzenvielfalt.

Beobachten konnten die Forscher dabei auch den negativen Einfluss von Insektiziden, indem der Polleneintrag an diesen Stellen zurückging. Die gesammelten Daten sind lediglich eine Momentaufnahme, lassen aber Trends erkennen: Das Stadtklima mit Hitze, Trockenheit und Starkregen, aber auch Pflanzenschutzmittel wirken sich nachteilig auf die Bienengesundheit aus. Gepflegte Stadtbäume könnten dies abmildern. Die Mitglieder des Ausschusses nahmen den Bericht insgesamt positiv auf. Kritisch betrachtet wurde die Honigbiene als Stellvertreterin aller Bestäuber, denn sie kann im Gegensatz zu anderen Insekten fremdbestäubte Pflanzen als Nahrungsquelle nutzen. -los-/-bea-

 
 

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