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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Juli 2021

Sportausschuss: Erreich- und Nutzbarkeit aufzeigen

Sportausschuss widmet sich detaillierter Analyse Daxlandens zu Angebot und Nutzen

Das Ringen um die raren Flächen ist vielschichtig, Karlsruhes Sport- und Bewegungsangebot gleichwohl reichhaltig. Das lässt die Stadt sich jährlich Einiges kosten, und das zeigten auch PD Dr. Hagen Wäsche vom Karlsruher Institut für Technologie und Prof. Dr. Rolf Schwarz von der Pädagogischen Hochschule über eine exemplarisch auf Daxlanden ausgerichtete komplexe Analyse auf. Deren Ergebnisse präsentierten sie dem interessierten Sportausschuss in dessen jüngster nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Sportbürgermeister Martin Lenz.

Die Studie dokumentiert das breite Spektrum von Vereinen über Schul- und Kita-Programme bis zu Spielplätzen, die viele Teilhabechancen ermöglichen und deren Angebote auch viele Menschen und deren Bedürfnisse gut versorgen – aber längst noch nicht alle: eine Frage der unterschiedlich wahrgenommenen Attraktivität und Erreichbarkeit, lautet eine Erkenntnis der sozialraumbezogenen Sport- und Quartiersentwicklung in einem der dichtesten und demografisch ältesten Quartiere Karlsruhes.

Die Stadtverwaltung ließ den Stadtteil nicht von ungefähr genauer untersuchen: Nach Realisierung des Projekts August-Klingler-Areal auf der durch Vereinsfusion von DJK und FV zur SG Daxlanden freigewordenen Fläche kommen ab voraussichtlich Ende 2023 etwa 1000 weitere Menschen zur aktuellen Bevölkerung von knapp 12000 hinzu, die es mit allem samt Sport, Spaß und Bewegung zu versorgen gilt. Ältere, Kinder mit Migrationshintergrund und Familien mit schwachem sozioökonomischem Status gelten der Wissenschaft als Gruppen mit erhöhtem, aber nicht immer ausreichend bekanntem Bedarf.

Ein signifikanter Teil der Befragten, der mit Vereinen den Analysten zufolge eher „fremdelt“, brachte beispielsweise das Interesse an Calisthenics zum Vorschein. Wäsche und Schwarz machten auch die Heterogenität der Bevölkerung nach Bedürfnissen deutlich. Des Weiteren unterschieden sich das eher jüngere und sozial besser gestellte Alt-Daxlanden, dem folgend Neu-Daxlanden und Daxlanden Ost sowie schließlich die älter und sozial schwächer bewohnte Rheinstrandsiedlung klar. Die Stadt soll nun in die Lage versetzt werden, die „nachhaltige Entwicklung eines die körperlich-sportliche Aktivität aller Bewohner fördernden Quartiers“ ihrerseits bestmöglich zu fördern.

Neben 38 Vereinen machten die Wissenschaftler weitere Anbieterinnen und Anbieter von Sportmöglichkeiten wie Bildungsstätten und Einrichtungen aus – insgesamt 96 sowie fast 400 Sport-, Spiel- und Bewegungsangebote. Doch längst nicht jeder oder jede will Teil des Netzwerks sein. Kinder, die in ihrem Mikrokosmos etwa, zumindest subjektiv, ohne passenden Platz seien, würden grundsätzlich mit dem Auto gefahren oder blieben gleich vor allem daheim. Einfache Instrumente wie ein kompaktes Flugblatt könnten die vorhandenen Angebote besser vermitteln. -mab-

 
 

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