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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juli 2021

Gedenktag erinnert an Drogentote

BETROFFENEN HELFEN: OB Dr. Frank Mentrup und AWO-Geschäftsführer Markus Barton (l.) beim Gedenktag in Karlsruhe. Foto: Steffler

BETROFFENEN HELFEN: OB Dr. Frank Mentrup und AWO-Geschäftsführer Markus Barton (l.) beim Gedenktag in Karlsruhe. Foto: Steffler

 

In Karlsruhe gibt es viele Hilfsangebote / Anzahl der Verstorbenen ist gestiegen

Erstmals hat sich Karlsruhe am Gedenktag für Drogentote beteiligt. Am 21. Juli wird national und international den Menschen gedacht, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum gestorben sind. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup sprach bei dem Anlass über die Karlsruher Drogenpolitik. Er hat die Schirmherrschaft für die Stadt übernommen.

Mentrup betonte, dass es nicht um die bloße Anzahl der Verstorbenen gehe. „Es geht darum, dass hinter jedem verstorbenen Menschen eine ganz eigene Geschichte steht und dass jede Drogentote und jeder Drogentoter einer zu viel ist.“ Weiter sagte der Oberbürgermeister: „Wir in Karlsruhe stehen für eine umfassende und menschliche Drogenpolitik. Wir setzen uns für die Betroffenen ein und tun - ganz pragmatisch - das, was getan werden muss.“ Es gebe in Karlsruhe ein gut ausgebautes Hilfeangebot und viele engagierte Selbsthilfegruppen. Zudem habe sich Karlsruhe als erste Stadt in Baden-Württemberg um einen Drogenkonsumraum bemüht. Mit Erfolg. Ende des Jahres 2019 wurde er eröffnet. Überdies finde hier jede und jeder Abhängige einen Substitutionsplatz.

Nach dem Jahrtausendwechsel war die Anzahl der Drogentoten in Deutschland gesunken, seit 2018 steige sie wieder. 2020 habe sie einen Höchststand von 1.581 Verstorbenen erreicht. „Ich kann nur vermuten, dass der Anstieg der Todeszahlen mit reduzierten Hilfsangeboten zusammenhängt“, mutmaßte Mentrup mit Blick auf die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen. Zudem werde die Zahle suchtkranker Menschen durch Belastungen durch die Pandemie wohl steigen.

Deshalb sei das bestehende Hilfesystem wichtiger denn je. „Wir werden nicht an dieser Stelle sparen“, betonte Mentrup zur Freude der Anwesenden. „Wir werden in Karlsruhe weiter alles dafür tun, das Leben von Drogengebraucherinnen und -gebrauchern zu sichern und unsere erfolgreiche Drogenpolitik weiterzuführen.“ Weiter versprach er, „alles dafür zu tun, um denen zu helfen, die Hilfe brauchen“.
Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe, betonte, dass es sich bei Drogenabhängigkeit um eine medizinisch anerkannte Krankheit handle. In dem Zusammenhang prangerte er die Stigmatisierung der Drogenbenutzerinnen und -benutzer an. Es sei wichtiges Ziel, die Würde des Einzelnen zu erhalten. -gia-

 
 

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