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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juli 2021

Kulturausschuss: Mietzuschuss für Proberäume

IN BULACH BLÜHT BALD KULTUR: Die Eckdaten des auf zehn Jahre angelegten Mietvertrags für die Immobilie in der Schauenburgstraße 5 stehen, eine Vorabnutzung ab August für ist Umbauten möglich. Foto: MMG

IN BULACH BLÜHT BALD KULTUR: Die Eckdaten des auf zehn Jahre angelegten Mietvertrags für die Immobilie in der Schauenburgstraße 5 stehen, eine Vorabnutzung ab August für ist Umbauten möglich. Foto: MMG

 

Kulturausschuss stimmt Verwaltungsvorschlag zur Umschichtung im Kulturetat zu

Auf den Wegfall von Proberäumen für die Karlsruher Musikszene wegen Sanierungsprojekten privater Investoren haben Stadt und Gemeinderat rasch reagiert. Ein dem Panorama e.V. angebotenes Objekt im Bulacher Gewerbegebiet zur zumindest teilweisen Kompensation erwies sich als Glücksgriff. Für die Anmietung der Immobilie ab Herbst beschloss der Gemeinderat in seiner April-Sitzung die Gewährung eines Mietzuschusses.

Kalkuliert wird ab 2022 mit jährlichen Kosten von 142.000 Euro. Beteiligt sich erwartungsgemäß das Land, sind regelmäßig rund 95.000 Euro aufzubringen. Aktuell schlagen davon bereits rund 35.000 Euro zu Buche. Da der angespannte Haushalt keine Mehrausgaben erlaubt, galt es, den Zuschuss mittels Umschichtung innerhalb des Kulturetats zu generieren. Wie das gehen könnte, stellte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein jetzt in der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses vor und erntete einhellige Zustimmung.

Um die derzeit drängendsten Ausgaben zu finanzieren, wird die Ausschreibung des Fördertopfes Kunst und Technologie ausgesetzt (25.000 Euro), weitere 10.000 Euro sollen bei der Vereinsförderung Hallenmiete eingespart werden. Für den Haushalt 2022/23 speisen sich die Zuschüsse aus dem nur zu einem geringen Teil abgerufenen Corona-Kultur-Hilfsfonds. Das bedeute, so Käuflein, dass „wir Geld übertragen und umwidmen wollen“. Ursprünglich seien die 2,5 Millionen Euro vom Gemeinderat für einen anderen Zweck beschlossen worden, das gelte es nun „entsprechend aufzubereiten“.

„Froh und erleichtert“ zeigte sich CDU-Stadträtin Dr. Rahsan Dogan, „das Gebäude hat Potenzial“, biete viele Optionen. Ein Mietpreis von 10,30 Euro pro Quadratmeter sei angemessen, hielt sie Dr. Paul Schmidt von der AfD entgegen. Dieser hatte den Zins als zu hoch empfunden und auf stetig steigende Heizkosten verwiesen. Elke Ernemann (SPD) hielt den Preis hingegen ebenfalls für gerechtfertigt. Die Kulturszene erhalte damit eine „wirklich akzeptable Stätte“ und keine „abgestandene Halle“.

Auch bei GRÜNE-Stadtrat Thorsten Frewer überwog die Freude und „sollte es klemmen“, müsse der Rat „nachlegen“. „Eine gute Lösung“, war Michael Haug (KAL/Die PARTEI) erleichtert, dass nicht bei anderen Kultureinrichtungen gespart werde. Für die FW/FÜR-Fraktion lobte Petra Lorenz den pragmatischen Finanzierungsansatz der Verwaltung. Beeindruckt habe sie die Kulturszene, die sich unter schwierigen Corona-Bedingungen vorwiegend selbst geholfen habe. Die Immobilie sei der Kultur würdig, „keine Kaschemme“.
-maf-

 
 

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