Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juli 2021

Raumlüftung in Schulen: Klassenzimmer richtig belüften

DAMIT DIE Klassenzimmer nach den Ferien nicht leer bleiben, braucht es ein Lüftungskonzept, das ein niedriges Infektionsrisiko und konzentrierten Unterricht gewährleistet. Foto: Müller-Gmelin

DAMIT DIE Klassenzimmer nach den Ferien nicht leer bleiben, braucht es ein Lüftungskonzept, das ein niedriges Infektionsrisiko und konzentrierten Unterricht gewährleistet. Foto: Müller-Gmelin

 

Studie bestätigt Fensterlüftung als effektiv / Mobile Luftreiniger nur ergänzend

Frierende Kinder, gestörter Unterricht durch Lüften und laut piepsende CO2-Ampeln regen vielerorts das Nachdenken darüber an, wie die Raumluft im Klassenzimmer alternativ verbessert werden kann. Sind die die häufig vorgeschlagenen Luftreinigungsgeräte dabei sinnvoll?: Dies zieht eine Studie der Universität Stuttgart nun in Zweifel.

Die von der Stadt Stuttgart beauftragte Untersuchung wurde der AG „Regionale Schulentwicklung Stadt Karlsruhe“ am Montag vorgestellt, da beide Städte bei schulrelevanten Themen eine enge Zusammenarbeit pflegen, wie der Leiter des Schul- und Sportamts Joachim Frisch betonte.

An zehn Schulen führten Wissenschaftler über sechs Monate hinweg Versuche durch und ermittelten mithilfe eines Testaerosols die Effektivität unterschiedlicher Lüftungsarten. Das Infektionsrisiko, aber auch die Behaglichkeit spielten als Kriterien eine Rolle. Das Fazit: Fensterlüftung, idealerweise kombiniert mit dem Tragen von Masken, bleibt als sehr effektive, kostengünstige und einfach umzusetzende Maßnahme erforderlich.

Bei schlecht belüftbaren Räumen können mobile Luftreiniger helfen, aber sie sind keine Alternative zum Außenluftwechsel über Fenster, da sie die Luft nur umwälzen und lediglich Partikel, aber kein CO2 filtern. Das Argument, die Geräte lägen in puncto Behaglichkeit vorn, konnte die Studie auch entkräften: Um den notwendigen Volumenstrom zu erzeugen, entstehen Zugluft und Geräuschbelastungen.

Fest installierte Raumlufttechnische Anlagen sind eine langfristige, aber auch zeitintensive Lösung, denn der Einbau muss geplant und ausgeschrieben werden. Ebenso gestaltet sich der extensive Einkauf von Luftreinigern zum neuen Schuljahr aufgrund von Lieferengpässen schwierig. Der Kostenfaktor beider technischer Lösungen ist ferner nicht zu vernachlässigen. Das Gremium reagierte mit Interesse, aber auch Ernüchterung auf die Ergebnisse aus Stuttgart. „Es gibt Dinge, die kennen keine Kassenlage“, resümierte BM Martin Lenz, „jedoch muss die Überzeugung gegeben sein, dass teure Beschaffungen am Ende etwas bringen.“ Der Gemeinderat setzt am Dienstag die Beratungen fort. -los-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe