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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juli 2021

Wertstoffabfall ab 2023: Müll anders trennen

NOCH BIS Dezember 2022 holt die Karlsruher Müllabfuhr alle Wertstoffabfälle in der üblichen Tonne ab. Danach können nur noch Leichtverpackungen über die neue „Gelbe Tonne“ entsorgt werden. Foto. Steffler

NOCH BIS Dezember 2022 holt die Karlsruher Müllabfuhr alle Wertstoffabfälle in der üblichen Tonne ab. Danach können nur noch Leichtverpackungen über die neue „Gelbe Tonne“ entsorgt werden. Foto. Steffler

 

Stadt stellt Konzept vor

Aus Rot wird Gelb: Ab 2023 hat die Wertstofftonne mit dem roten Deckel in Karlsruhe ausgedient. Denn aufgrund einer Änderung im Verpackungsgesetz muss die Stadt ihr aktuell betriebenes Sammelsystem anpassen. Dann werden Wertstoffe, die bislang gemeinsam in die Tonne durften, in zwei Sorten aufgeteilt – mit Hol- und Bringsystem. Am kommenden Dienstag entscheidet der Gemeinderat über diese Änderung.

Hintergrund der Anpassung ist das zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz. Es schreibt vor, dass die Systemführerschaft für Verpackungsabfälle ab 2023 an die Betreiber Dualer Systeme (BDS) übergeht.

Dann wird also die bisherige Karlsruher Wertstofftonne mit dem roten Deckel, in der aktuell Wertstoffe aus Leichtverpackungen (LVP) – etwa Joghurtbecher, Konservendosen oder Getränkekartons – und sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen (SNVP) – ausgediente Bratpfannen oder altes Plastikspielzeug – gemeinsam gesammelt werden, von der „Gelben Tonne“ der BDS abgelöst. In dieser Tonne mit gelbem Deckel dürfen dann nur noch Leichtverpackungen landen. Trotzdem wird sie weiterhin alle 14 Tage abgeholt. „Auch am Vollservice wollen wir unbedingt festhalten“, betonte Bürgermeisterin Bettina Lisbach bei einer Pressekonferenz. Vollservice bedeutet, dass die Müllwerker Tonnen an den Fahrbahnrand stellen und nach der Leerung wieder zurückziehen an ihren Standort.

Für Bürgerinnen und Bürger ändert sich dann konkret die Sammlung der stoffgleichen Nichtverpackungen: Diese können dann direkt auf den Wertstoffhöfen entsorgt werden und machen etwa sieben Prozent der Wertstofftone aus (Stand 2016). „Als Pilotprojekt denken wir darüber nach, diese Abfälle über den Sperrmüll auf Abruf abzuholen“, erläuterte Olaf Backhaus, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft (AfA). Nicht zuletzt bedeutet der Einzug der Gelben Tonne auch für viele AfA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter ein neues Einsatzgebiet. „Wir arbeiten bereits an einem alternativen Beschäftigungskonzept für die Zeit ab 2023“, bekräftigte Backhaus. Auch Bürgermeisterin Lisbach unterstrich, dass die Verwaltung allen Betroffenen weiterhin eine gesicherte berufliche Perspektive bei der Stadt bieten wolle.

Aktuell betreibt Karlsruhe in eigener Verantwortung eines von fünf Sondersammelsystemen für Wertstoffabfälle in ganz Deutschland. Dies lehnt der künftige Systemführer BDS ab. Derzeit laufen daher Verhandlungen für ein Konzept ab 2023. Festgeklopft wurden bislang Behältersammlung, Abholrhythmus und Vollservice. Mit diesen Voraussetzungen stimmt am Dienstag der Gemeinderat ab. -bea-

 
 

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