Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Juli 2021

Gemeinderat: Frische Luft im Klassenzimmer

HOFFNUNG auf Luftreiniger: Um Schließungen von Schulen in Karlsruhe nach den Sommerferien oder gegen Winter hin wegen Corona zu vermeiden, sucht die Stadt nach Lösungen. Foto: MMG

HOFFNUNG auf Luftreiniger: Um Schließungen von Schulen in Karlsruhe nach den Sommerferien oder gegen Winter hin wegen Corona zu vermeiden, sucht die Stadt nach Lösungen. Foto: MMG

 

Gemeinderat beschließt Beschaffung von Luftreinigern für schlecht belüftbare Räume

Viel Diskussion trotz Einverständnis, so zeigte sich der Gemeinderat bei der Vergabe von mobilen Luftreinigungsgeräten und Lüftungsampeln für Schulen und Kindertageseinrichtungen. Dem Gremium lag eine Beschlussvorlage vor, welche die Verwaltung ermächtigt, die Geräte schnellstmöglich zu beschaffen.

Im Vorfeld wurde eine Bedarfsermittlung durchgeführt, wonach über 600 Räume in Karlsruher Einrichtungen nur unzureichend lüftbar sind - die Kosten für eine entsprechende Ausstattung belaufen sich auf etwa fünf Millionen Euro. Die Hoffnung auf eine schnell beschlossene Maßnahme trübte jedoch die wissenschaftliche Bewertung, unter anderem jüngst eine Studie aus Stuttgart.

Die Wirksamkeit der Luftreinigungsgeräte sei vergleichsweise gering, Stoßlüften in der Verbindung mit dem Tragen von Masken bleibe die effektivste Methode. So befand sich das Gremium im Zwiespalt: Luftreiniger können ein ergänzender Baustein des Lüftungskonzepts sein, sie bergen jedoch auch Schattenseiten. Beschaffung, Betrieb und Wartung sind kostenintensiv, die Geräte erzeugen Zugluft und Schall.

Dennoch war die Sorge, dass wieder Schulschließungen drohen könnten, für die Stadträtinnen und Stadträte ausschlaggebend. „Wir müssen vor die vierte Welle kommen!“, forderte GRÜNE-Stadtrat Benjamin Bauer, sein Kollege der CDU, Detlef Hofmann, pflichtete ihm bei und beklagte das langsame Tempo bei der Suche nach Lösungen. Karl-Heinz Jooß (FDP) verwies darauf, dass man das Förderprogramm des Landes abwarten wollte, jedoch mit der Aussicht auf einen Fördersatz von 50 Prozent pro Gerät nun das Handeln geboten sei. SPD-Stadträtin Sibel Uysal merkte an, dass auch das Lüften über Fenster bei Hitze oder wenig Wind an seine Grenzen gerate.

Alle Fraktionen sicherten zu, jede Maßnahme mitzutragen, um den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. OB Dr. Frank Mentrup wies darauf hin, dass Maßnahmen wie Schulschließungen oder Wechselunterricht auf Landesebene beschlossen würden und daher die konkrete Ausgestaltung von Karlsruher Lüftungskonzepten solche Entscheidungen kaum beeinflussten. Er verstehe die Sorgen, „wilder Aktionismus“ helfe aber nicht, stattdessen sei „vernünftiges Handeln geboten.“ Der Gemeinderat entschied die Beschaffung der Geräte einstimmig, jedoch zunächst nur für die ermittelten Räume. -los-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe