Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Juli 2021

Grötzingen: Blick auf historisches Ortsbild

WIE SOLL ORTSMITTE KÜNFTIG AUSSEHEN?: Grötzingens Ortsvorsteherin Karen Eßrich (rechts) suchte beim Stadtteilspaziergang Gespräch und Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.  Foto: Knopf

WIE SOLL ORTSMITTE KÜNFTIG AUSSEHEN?: Grötzingens Ortsvorsteherin Karen Eßrich (rechts) suchte beim Stadtteilspaziergang Gespräch und Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Foto: Knopf

 

Grötzingens Mitte wird saniert / Bürgerschaft beteiligt sich lebhaft mit Ideen

Groß war der Andrang kürzlich beim Stadtteilspaziergang im Sanierungsgebiet Grötzingen Ortsmitte. Mehrere Dutzend Menschen schlossen sich der Tour im Rahmen des Bund-Länder-Programms Lebendige Zentren (LZ) an.

Die städtebauliche Erneuerung des Malerdorfs stand dabei auf der Agenda. Die Tour startete beim Bahnhof und steuerte unter anderem das Mühlenwehr und den Niddaplatz an. Etliche Experten aus der Verwaltung begleiteten den Rundgang und griffen Ideen der Bürgerschaft auf. „Wir planen hier die nächsten 30 Jahre. Auch die Meinung von Kindern und Jugendlichen interessiert uns sehr“, sagte Ortsvorsteherin Karen Eßrich.

Beim Startpunkt Bahnhof gab es gleich etliche Anregungen. Ein barrierefreier Ausbau wurde ebenso gewünscht wie mehr Radabstellanlagen mit Überdachung, ein Bahnhofskiosk für das in die Jahre gekommene Gebäude oder ein Verkehrsspiegel zur besseren Übersicht für Autofahrer. E-Lade-Säulen wurden vorgeschlagen, ein Junge wünschte sich eine Skateranlage. Thomas Sippel  (Planungsbüro Sippel & Buff) versprach, die Anregungen aufzunehmen.

Am Martin-Luther-Platz (bei der Eis-Marie) ging es um Aufenthaltsqualität. „Was ist das für ein Ort für Sie?“, fragte Sippel. Die Antworten fielen unterschiedlich aus: von Grün mit Durlacher Flair bis zu kein ruhiger Ort, an dem man gerne verweilt. Beim Mühlenwehr erläuterte Harald Dürr (Gartenbauamt) die Sanierungsarbeiten. Die Resonanz zur naturnahen Gestaltung sei positiv. In Sachen Mühlgraben sagte er. „Das kann ein Schmuckstück werden, aber wir benötigen Geduld.“

Auch hier wurde ein Skaterpark in den Raum geworfen. „Das liebt jedoch nicht jeder“, gab Dürr mit Blick auf die Anwohner zu bedenken. Die Baumkulisse solle in jedem Fall bleiben. Am Niddaplatz erläuterte Sippel, dass der Platz erhalten bleiben solle. „Ein Kinderspielplatz und etwas mit Wasser ist vorstellbar, gerade mit Blick auf den Klimawandel.“ Zwei geplante Gebäude, nach Süden eine Raumkante, die den Platz abschließt: „Die Aufenthaltsqualität soll durch Bespielung erhöht werden“, sagte Patrizia Kunter (Stadtplanungsamt). Café, Apotheke, Dienstleistungen seien denkbar.

Kontrovers wurde von den Bürgern diskutiert, ob das in städtischer Hand befindliche Areal unbedingt verkauft werden müsse. Eßrich beruhigte die Gemüter und brachte Erbpacht ins Spiel. Zur Umnutzung der freiwerdenden Bauhof-Gebäude im Zentrum, schwebte der Ortsvorsteherin kulturelle Nutzung vor. In Anlehnung an das Schlachthof-Areal in Karlsruhe sprach sie von „Schlachthof 2.0.“ Im Herbst soll ein Workshop zum Thema „Mobilität“ im Rahmen des Planungsprozesses stattfinden, erklärte Eva Hennings (Stadtplanungsamt). Beim Thema Parkplätze kochten die Gemüter beim Rundgang etwas hoch. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe