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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Juli 2021

Umwelt: Kampf gegen Kermesbeere

KERMESBEERE AN KRAGEN: Revierförster René-Sascha Hotz (r.)  und Bürger graben die unerwünschte Pflanze mit der Wurzel aus.    Foto: Knopf

KERMESBEERE AN KRAGEN: Revierförster René-Sascha Hotz (r.) und Bürger graben die unerwünschte Pflanze mit der Wurzel aus. Foto: Knopf

 

Invasive Pflanzen: Engagierte Öko-Aktion von Bürgerschaft und Forst im Hardtwald

Nachdem die Aktionstage im Wald pandemiebedingt reduziert wurden, intensiveren engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Oberreut und Grünwinkel aktuell wieder ihren Einsatz zur Rückdrängung der Kermesbeere im südlichen Hardtwald.

In Gärten häufig als Zierpflanze eingesetzt, ist die nicht heimische Gattung in den Wäldern kein gern gesehener Gast und zählt zu den invasiven Arten. Die schnell wachsende Staude verdrängt die typische Vegetation in der Kraut- und Strauchschicht.

Seit 2019 trifft sich ein harter Kern von fünf bis acht Personen im Waldgebiet unweit des Siedlerheims in der Heidenstückersiedlung. Sie entfernen die Pflanzen mit Spaten und graben die Wurzel aus. „Die Kermesbeere wurde im 18. Jahrhundert von Winzern in Frankreich aus Amerika eingeführt, um den Saft zu färben. Über die Botanischen Gärten breitete sie sich immer stärker aus“, berichtete Forstamtsleiter Ulrich Kienzler. In der Hardt sei sie längst flächendeckend vertreten und habe sich speziell nach dem Sturm Lothar rasant verbreitet. Sobald die Pflanze Licht bekommt, beginnt sie sich rasant auszubreiten. „Es geht darum, die heimische Vegetation zu schützen, damit sich diese sich wieder verjüngen kann“, so Anwohnerin Maria Jandrey.

Das Bekämpfen der Kermesbeere fördere Waldverjüngung und Artenvielfalt im Hardtwald. „Wir möchten den Wald in seiner Vielfalt erhalten und dafür müssen wir etwas tun. Dafür möchten wir die Bevölkerung sensibilisieren. Toll, dass sich immer wieder Aktive finden“, so Kienzler. Das städtische Forstamt um Revierförster René-Sascha Hotz unterstützt die bürgerschaftliche Aktion im südlichen Hardtwald. Christian Vieser, der zu den Aktiven zählt, erklärte, dass sich die Beere über Gartenabfälle stark verbreite. Sie gebe massiv Giftstoffe an den Boden ab. „Im Grunde hilft nur Müllverbrennung oder Heißkompost“, erklärte er. -voko-

 
 

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