Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. September 2021

Architektur: Lösungen identifizieren

Nachhaltigkeit zentrales Thema bei Architekturtagen

„Alternativen? Architektur!“ – dieser ebenso knappe wie prägnante Titel gibt die Marschroute für die Architekturtage 2021 vor. „Wie wollen wir eine wachsende Bevölkerung auf einem begrenzten Territorium beherbergen?“, lautet für Programmkoordinatorin Amélie Fleury das zentrale Thema, bei dem es Aufgabe der Architektur sei, Fragen zu stellen und alternative Lösungen zu finden. Genau das ist zwischen dem 24. September und 31. Oktober der Fall, wenn die 21. Auflage der Architekturtage mit über 150 Veranstaltungen beidseits des Rheins stattfindet.

Für Hinrich Reyelts, Vizepräsident des Europäischen Architekturhauses, stellt die aktuelle Krise einen wesentlichen Faktor dar. „Corona hat uns den Blick auf die Dinge geöffnet“, stellte Reyelts bei der Vorstellung des Programms im Architekturschaufenster fest, denn die Gesundheitskrise habe zugleich die Bedrohung durch den Klimawandel und die Bedeutung der Umwelt verdeutlicht. Bauen im Einklang mit der Natur sei ebenso wichtig wie der Schutz vor Überhitzung im Sommer. „In Karlsruhe liegt die durchschnittliche Temperatur mehr als sieben Grad über dem Umland“, verdeutlichte Reyelts.

Daher beschäftigt sich am 11. Oktober ein Vortrag in der Fleischmarkthalle mit dem Thema „Grüne Gebäudehüllen“, und am 24. Oktober zeigt ein Workshop im Zentrum für Waldpädagogik zum Thema „Rohstoff Natur“ auf, wie sich ganze Gebäude aus Holz oder Lehm errichten lassen. Um alternative Lösungen für die neuen Realitäten im Stadtraum geht es nicht nur bei der Ausstellung „Intervention, Simulation, Disruption“ ab dem 11. Oktober im Architekturschaufenster, sondern auch bei einer Radtour am 9. Oktober vom Durlacher Schlossplatz aus. Für den nachhaltigen Wandel im Bauwesen stehen die „Architects for Future“, deren Karlsruher Ortsgruppe sich am 29. Oktober bei einer Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit vorstellt.

Doch nicht nur bei den Veranstaltungen in Karlsruhe steht eine neue Sicht des Bauens im Mittelpunkt. Auch die großen Konferenzen mit international renommierten Architektinnen und Architekten widmen sich diesem Thema. Am 28. Oktober spricht Anne Lacaton, die diesjährige Pritzker-Preisträgerin, in Straßburg über den Einsatz ökologischer Techniken und die Umwandlung bestehender Räume. „Triple Zero“, ein Gebäude, das unabhängig ist von externen Energiequellen und keine Emissionen verursacht, ist das Konzept von Werner Sobeck, das er am 7. Oktober in Offenburg vorstellt.

Um die Bewegung der Frugalität, der Einfachheit geht es bei einem Kongress mit Philippe Madec, der Symbolfigur dieses Gedankens, am 15. Oktober in Mulhouse ebenso wie bei der grenzüberschreitenden Wanderausstellung „Weniger ist mehr“. Nicht zu kurz kommen soll bei den Architekturtagen die jüngere Gene-ration. Zum einen widmet sich der trinationale Schülerwettbewerb „OSCAR“ dem Motto „Es wird heiß! Wir bauen cool!“, und zum anderen findet erstmals ein Studentenwettbewerb mit einem 48-stündigen Workshop statt. Das komplette Programm der Architekturtage gibt es online auf www.m-ea.eu. -eck-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe