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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Oktober 2021

Gemeinderat: Corona beutelte die Gesellschaften

NEUZUGANG: Das für rund 140 Millionen Euro erworbene Pfizer-Areal in Hagsfeld wird vom neu gegründeten Eigenbetrieb Gewerbeflächen entwickelt. Foto: Enderle

NEUZUGANG: Das für rund 140 Millionen Euro erworbene Pfizer-Areal in Hagsfeld wird vom neu gegründeten Eigenbetrieb Gewerbeflächen entwickelt. Foto: Enderle

 

Beteiligungsbericht 2020: Rote Zahlen bei Nahverkehr, Messe, Bädern und Gesundheit

Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie steht der Beteiligungsbericht der Stadt Karlsruhe für das Jahr 2020, den der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zustimmend zur Kenntnis nahm. Nur wenige der insgesamt 17 Gesellschaften, an denen die Stadt mit mindestens 25 Prozent beteiligt ist, konnten im vergangenen Jahr das geplante Ergebnis erzielen, bei vielen standen deutlich gestiegene Defizite zu Buche

Vor allem die Bereiche öffentlicher Nahverkehr, Kongresse, Messen, Touristik, Bäder und das Klinikum verzeichneten Einbrüche. Erste Bürgermeisterin und Finanzdezernentin Gabriele Luczak-Schwarz sieht diese Entwicklung mit Sorge: „Die massiven Ergebnisbelastungen führten aufgrund der dadurch erforderlich gewordenen städtischen Stützungsmaßnahmen zu einer deutlichen Belastung des
ohnehin schon angespannten städtischen Haushalts“, schrieb sie im Vorwort des Berichts.

Lediglich die Volkswohnung, welche mit 785 Millionen Euro zugleich die größte Bilanzsumme aufweist, konnte einen deutlichen Überschuss von rund 12 Millionen Euro verbuchen. Bei der zweitgrößten Gesellschaft, Städtisches Klinikum, wuchs das Defizit um das Fünffache auf nunmehr rund acht Millionen Euro. Besonders groß fielen die Fehlbeträge bei der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH mit rund 29,5 Millionen sowie bei der Messe- und Kongress GmbH mit 20,8 Millionen Euro aus. Da machten sich vor allem die massiven Einbrüche der Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr sowie der monatelange Lockdown im Messegeschäft bemerkbar.

Während die Gesamtzahl der städtischen Beschäftigten leicht auf insgesamt 13.013 Mitarbeitende zurückging, davon rund 60 Prozent bei den Gesellschaften und 40 Prozent bei der Stadt, wuchs die Summe aller Investitionen gegenüber dem Vorjahr um fast 30 Prozent auf nunmehr 997,8 Millionen Euro. Mit verantwortlich für diese bemerkenswerte Entwicklung war der temporäre Erwerb des Pfizer-Areals in Hagsfeld durch die Stadt Karlsruhe für rund 140 Millionen Euro. Zum 1. Dezember 2020 wurde das Grundstück an den neu gegründeten Eigenbetrieb Gewerbeflächen übertragen, welcher sich als jüngster Spross in der Beteiligungs-Familie zukünftig um die Bevorratung und Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen kümmert. -eck-

 
 

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