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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Oktober 2021

Gemeinderat: Die Majolika und die Zukunftsfrage

DIE ZUKUNFT DER MAJOLIKA bleibt ungewiss und Gegenstand von Grundsatzdebatten. Foto: MMG

DIE ZUKUNFT DER MAJOLIKA bleibt ungewiss und Gegenstand von Grundsatzdebatten. Foto: MMG

 

Förder-Sperrvermerk aufgehoben / Debatte zu Konzept und Ausrichtung folgt

Die Verwaltung hatte empfohlen, die für 2021 noch mit Sperrvermerk zurückgehaltenen 125.000 Euro zur Förderung der Keramikmanufaktur Majolika freizugeben, da ein Hoffnung spendendes Erneuerungskonzept nicht zuletzt der Pandemie wegen noch etwas Zeit brauche. Dem folgte bei vier Gegenstimmen von AfD und FW/FÜR die klare Mehrheit.

Gleichwohl zeigte sich, dass endgültig zu klären ist, inwiefern die Stadt künftig grundsätzlich unterstützt, und ob die Majolika ein Gewerbebetrieb bleiben kann, eine reine Kultureinrichtung werden soll oder aufzugeben ist. Kulturdezernent Dr. Albert Käuflein kündigte eine baldige Sitzung des gemeinderätlichen Begleitgremiums für mehr Klarheit an. „Es zeichnet sich zum Glück ein Silberstreif am Horizont ab“, fand Renate Rastätter (GRÜNE) und setzte auf den Kultur-Gedanken, um zu sehen, „ob das perspektivisch tragfähig ist“.

Mit Dr. Rahsan Dogan wollte auch die CDU die Möglichkeit des Umbruchs der Majolika noch einräumen. Den Gesprächsfaden zu Investoren sollte diese aber nicht abreißen lassen. „Wir müssen über die Zukunft reden“, kündigte Irene Moser (SPD) zum Stadtetat an. KAL/Die PARTEI will konstruktiv mitgehen, zeigte Lüppo Cramer und kritisierte den energischen Widerstand der AfD. Für die sah Oliver Schnell den Gemeinderat am Nasenring durch die Manege gezogen: Seit Jahren hänge die Majolika „am Tropf, obwohl sie längst hätte liquidiert werden müssen“.

Von einer unnötigen Gängelung sprach hingegen Annette Böringer (FDP), Parteifreund Thomas Hock wollte nicht länger zulassen, dass die Majolika durch den Sumpf gezogen wird. Einen gewerblichen Betrieb für nicht machbar erklärte Karin Binder (LINKE), Friedemann Kalmbach (FW/FÜR) konstatierte wegen fehlender Profitabilität: „Jetzt muss auch mal Schluss sein.“ -mab-

 
 

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