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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Oktober 2021

Gemeinderat: Nächster Schritt zur Zukunft Nord

NACHHALTIG: Beim Projekt „Zukunft Nord“ soll zwischen Erzbergerstraße (oben) und Altem Flugplatz ein Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Dienstleistungen und Freiflächen entstehen. Archivfoto: Fränkle

NACHHALTIG: Beim Projekt „Zukunft Nord“ soll zwischen Erzbergerstraße (oben) und Altem Flugplatz ein Quartier mit Wohnungen, Gewerbe, Dienstleistungen und Freiflächen entstehen. Archivfoto: Fränkle

ALLES SO SCHÖN BUNT: Bürgermeister Lenz und die Leiterin der Sozial- und Jugendbehörde, Karina Langeneckert, im Gespräch mit „DATER127“ aus Koblenz. Foto: Enderle

ALLES SO SCHÖN BUNT: Bürgermeister Lenz und die Leiterin der Sozial- und Jugendbehörde, Karina Langeneckert, im Gespräch mit „DATER127“ aus Koblenz. Foto: Enderle

 

Auslegungsbeschluss für Bebauungsplan westlich der Erzbergerstraße gefasst / Gemeinderat bringt neues Quartier weiter auf den Weg / Teil im Vorfeld Freiluft-Atelier

Mit seinem Beschluss, den Entwurf des Bebauungsplans „Westlich der Erzbergerstraße zwischen New-York-Straße und Lilienthalstraße“ auszulegen, brachte der Gemeinderat das unter dem Titel „Zukunft Nord“ geplante nachhaltige Quartier zwischen Nordstadt und Altem Flugplatz jetzt weiter auf den Weg.

Die Planungen für die Konversion des früher von den amerikanischen Streitkräften genutzten gut 27 Hektar großen Geländes, die auf Grundlage des Siegerentwurfs des städtebaulichen Ideenwettbewerbs „Zukunft Nord“ im Dialog mit der Bürgerschaft entwickelt wurden, sehen neben Wohnraum Freiflächen, Gewerbe, Gemeinschaftsflächen sowie Einzelhandel, Büronutzungen und Dienstleitungen vor.

Grundsätzlich soll in dem verdichteten, gemischt genutzten Quartier ein differenziertes Angebot an privaten Freiräumen und großzügigen öffentlichen Räumen entstehen, die Bewohnerinnen und Bewohner als attraktive Begegnungs- und Aufenthaltsorte nutzen können. Der Erhalt historischer Bausubstanz wie NCO-Club und Flughafengebäude mit Tower soll Identität und Orientierung im Stadtgefüge schaffen und dessen urbane Eigenart stärken. Die Wohnungen sollen breite Bevölkerungskreise ansprechen, gut 20 Prozent davon sind als Angebot sozial geförderten Wohnraums vorgesehen.

Ausgewogen mit Charme

Das Gesamtkonzept für das „nachhaltigste Quartier, das wir jetzt in Karlsruhe schaffen“, so OB Dr. Frank Mentrup, und dessen bisherige Ausformungen stießen auf breite Zustimmung im Gemeinderat: 39 Stadträtinnen und Stadträte sowie der OB stimmten auf der jüngsten öffentlichen Plenarsitzung für den Auslegungsbeschluss, die drei Mitglieder der LINKE-Fraktion votierten dagegen, die beiden Vertreter von Die PARTEI enthielten sich. Für die GRÜNE-Fraktion begrüßte Vorsitzender Aljoscha Löffler „die wichtige Entwicklung im Wohnen auf versiegelter Fläche und in klimaschonender Bauweise“. CDU-Stadtrat Dirk Müller freute sich auf „ein ausgewogenes Wohnquartier mit all seinem Charme“.

Stadtrat Michael Zeh (SPD) sprach von „der größten Fläche, für die wir Wohnen in dieser Legislaturperiode aufplanen“ und FDP-Fraktionsvorsitzender Tom Høyem unterstrich „die Bürgerbeteiligung dabei“. Ebenfalls hinter das Projekt stellten sich Dr. Paul Schmidt (AfD) und Petra Lorenz (FW/FÜR). Mathilde Göttel (Vorstandskollektiv DIE LINKE.) sah hingegen „eine verpasste Chance“ und begründete die Ablehnung ihrer Fraktion wie folgt: „zu geringe Sozialwohnungsquote und zu großer Stellplatzschlüssel“.

Graffiti im Vorfeld

Bereits eine gute Zeit vor Umsetzung der Planungen ist jetzt neues Leben in das Quartier eingezogen, das Areal C dient 90 Künstlerinnen und Künstlern der regionalen Graffiti-Szene bis 30. Oktober als begehbares Open-Air-Atelier. Unter dem Titel „ExpoStation 2021 – Urbane und Zeitgenössische Ausstellung“ präsentieren sie direkt am Alten Flugplatz zwischen Merkurakademie (New-York-Straße) und Dualer Hochschule (Delawarestraße) sämtliche Ausdrucks- und Bildsprachen des Genres – vom puristischen Graffiti „Style-Writing“ über Installationen, Mix Media und Fotografie bis hin zu traditioneller Malerei.

Ein Projekt unter der Leitung des Team Combo, das die junge Stadtgesellschaft einbezieht und für dessen Realisierung die Kreativen mit Ämtern der Stadt, dem Verein Farbschall zur Förderung der Hip Hop Kultur, der GEM Ingenieur GmbH und der CG Elementum AG sowie weiteren Partnern kooperierten. Der Wirkungsort sei „vergänglich“, bedauerte Bürgermeister Martin Lenz bei der Vernissage am Dienstag. Dennoch sei die Neuentwicklung notwendig. Wohnbau bilde europaweit die „neue soziale Frage“, sie dürfe „nicht von der Tagesordnung verschwinden“. Dabei gehe es nicht nur um wirtschaftliche Rendite, sondern auch um „sozial-ökologische Transformation von Stadtentwicklung“, dafür stehe „der heutige Tag geradezu symbolisch“. trö-/-maf-

 
 

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