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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. November 2021

Autonomes Fahren: Erfolgsmodell soll weitergehen

ZUM AUTONOMEN FAHREN sprach Moderatorin Frauke Goll (FZI, Mitte) im Bürgerdialog mit OB Mentrup (2. v. r.) und Mitwirkenden. Foto: MMG

ZUM AUTONOMEN FAHREN sprach Moderatorin Frauke Goll (FZI, Mitte) im Bürgerdialog mit OB Mentrup (2. v. r.) und Mitwirkenden. Foto: MMG

LANDESVERKEHRSMINISTER Winfried Hermann zog eine positive Bilanz zum Testfeld Autonomes Fahren. Foto: Hertweck

LANDESVERKEHRSMINISTER Winfried Hermann zog eine positive Bilanz zum Testfeld Autonomes Fahren. Foto: Hertweck

 

Positive Bilanz bei Projektpräsentation und Bürgerdialog zum Testfeld Autonomes Fahren / Landesverkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Man merkt, da passiert etwas“

Für alle, die Ella, Vera und Anna schon schmerzlich vermissen, hatte Prof. J. Marius Zöllner eine gute Nachricht: „Im Rahmen eines Europäischen Demonstrationsprojekts werden die Shuttles im kommenden Jahr wieder fahren“, kündigte das Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Informatik (FZI) beim Bürgerdialog zum Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg an. Spätestens damit wird auch für die Bevölkerung nach außen deutlich, dass es weitergeht. Wie Landesverkehrsminister Winfried Hermann bestätigte, ist die Finanzierung des Testfelds auf jeden Fall bis zum Sommer 2023 gesichert.

Nach den ersten fünf, vom Land mit knapp drei Millionen Euro unterstützen Betriebsjahren des Testfelds zog Hermann beim Besuch der Projektpräsentation in Karlsruhe eine positive Bilanz. „Das war die richtige Entscheidung“, sagte der Minister, „man merkt, da passiert etwas“. Nicht zuletzt an den bis zum Sommer im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock eingesetzten autonomen Shuttle-Bussen Ella, Vera und Anna ließen sich große Fortschritte erkennen. Dies sei nach Hermanns Worten wichtig, denn „die Mobilität ist sehr im Umbruch (…), es geht nicht um das individuelle Fahrzeug, sondern um das kollektive Fahren“.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup wertete das sich über ein Straßennetz von mittlerweile rund 200 Kilometern Länge erstreckende und für bislang 18 verschiedene Projekte genutzte Testfeld als „die Chance, Mobilität neu zu organisieren und den öffentlichen Raum neu zu gestalten“. Mit solchen Projekten und Steuerungsinstrumenten könne es gelingen, „in einen echten Bewusstseinswandel zu kommen“, vor allem dann, wenn alle Verkehrsarten einbezogen werden.

Ebenso wie Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbunds und damit Betreiber des Testfelds, forderte die per Video aus Brüssel zugeschaltete Vertreterin der internationalen Personenverkehrsvereinigung UITP, Henriette Cornet, dass autonome Fahrzeuge innerhalb des ÖPNV genutzt werden sollten. Für das von der UITP organisierte europaweite Forschungsprojekt SHOW sei Karlsruhe ein wichtiger Standort, denn „Testen auf der Straße ist die einzige Möglichkeit, die Herausforderungen zu entdecken und zu beantworten“. Ella, Vera und Anna werden dann wieder gebraucht.

Joachim Hornuff, Vorsitzender des Bürgervereins Weiherfeld-Dammerstock, freut sich schon auf die Fortsetzung des Versuchs: „Die letzte Meile ist größtenteils für die ältere Bevölkerung von großem Nutzen“, sagte Hornuff, auch wenn diese oftmals noch nicht zur „Generation App“ zähle. Auch Elke Zimmer, Staatssekretärin im Verkehrsministerium, setzte sich nach ihrer Probefahrt für einen Weiterbetrieb der Shuttles ein. „Das muss man erleben und ausprobieren“, schwärmte Zimmer von „einer Form der Mobilität, bei der wir alle gewinnen“. Die persönliche Erfahrung sei besonders wichtig für die Akzeptanz neuer Techniken. „Nur wenn wir es als sicher empfinden, werden wir es auch nutzen“, betonte die Staatssekretärin, die Gespräche über eine Verlängerung des Testfeldes ankündigte - denn: „Wie brauchen jeden Baustein, um zu einer veränderten Mobilität zu kommen“. -eck-

 
 

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