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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. November 2021

Akteurstreffen Wohnungsbau: Ausbau ist erforderlich

„Situation nicht entspannt“

Vieles hat sich durch die Corona-Pandemie verändert, nicht jedoch der Karlsruher Wohnungsmarkt. „Die Situation ist weiterhin nicht entspannt“, stellte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim sechsten Akteurstreffen Wohnungsbau fest.

Steigende Preise, ein anhaltender Trend zu Ein-Personen-Haushalten und die Abwanderung von Familien ins Umland seien diesbezüglich die größten Herausforderungen. Zudem komme gerade in jüngster Zeit die Flucht in Sachwerte aus Angst vor Inflation als weiterer Treiber hinzu.

„Um den Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen, muss vor allem das Angebot erweitert werden“, lautete daher der Appell des Stadtoberhauptes an die Akteure. Das Augenmerk müsse auf zielgruppen- und bedarfsorientiertem Wohnungsbau liegen, der zudem die Aspekte lebenswert, sozial, nachhaltig und klimagerecht berücksichtige.

Da setzt die „Stadtentwicklungsstrategie 2035 – Wohnen und Bauen“ an, präsentiert von der Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung (AfStA), Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig. Ziel sei ein „Bündnis für Wohnen“, was mit rund 40 Einzelmaßnahmen in sechs Maßnahmenbündeln erreicht werden soll. Langfristig gesehen bestehe nach den Angaben Wiegelmann-Uhligs ein Bedarf von rund 14.200 neuen Wohneinheiten, davon rund 10.300 im Stadtgebiet und der Rest im Umland.

Damit lasse sich ein „moderat angespanntes“ Szenario abbilden. Obwohl „wir für eine Großstadt immer noch ein sehr moderates Preisgefüge haben“, sah die AfStA-Leiterin auch bedenkliche Entwicklungen, wie beispielsweise die steigende Zahl überlasteter Haushalte sowie die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche für junge Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose, Studierende und ausländische Staatsbürger. „Hier müssen wir genauer hinschauen“, sagte Wiegelmann-Uhlig.

Als neues Steuerungsinstrument auf dem Markt stellte der Leiter des Liegenschaftsamts, Bernhard Eldracher, das Grundstücksvergabekonzept Wohnen vor. Dadurch könne man nicht nur genossenschaftliche Wohnformen stärken, sondern weitere Akteure in den Geschosswohnungsbau einbinden. Ein besonderes Auswahlgremium stelle dabei sicher, dass „wir das beste Konzept an der richtigen Stelle haben“, so Eldracher.

Wichtige Schwerpunkte für den Wohnungsbau sind zukünftig, so erläuterte die Leiterin des Stadtplanungsamts, Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, die Baugebiete Zukunft Nord, Neureut, Oberer Säuterich in Durlach und Grünwettersbach östlich der Esslinger Straße. Wegen begrenzter Flächen müsse zugleich der Fokus auch auf der Innenentwicklung etwa durch Sanierungsgebiete liegen. -eck-

 
 

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