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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. November 2021

Gemeinderat: Kostenlose Hygieneprodukte

In zwei Lager gespalten zeigte sich der Gemeinderat bei der Debatte eines Antrags der Linken-Fraktion. Diese forderte die Verwaltung auf, in Zukunft Damenhygiene-Artikel zur kostenfreien Nutzung in städtischen Einrichtungen bereitzustellen. Weiterhin solle die Stadt eine Vorbildfunktion einnehmen, um auch nicht-öffentliche Einrichtungen zu sensibilisieren und vorschlagsweise durch ein Rundschreiben zu informieren.

„Nicht zuletzt hat eine Aufklärungskampagne auch gesundheitliche Aspekte“, betonte Mathilde Göttel (LINKE-Fraktionsvorstandskollektiv) und verwies auf die Gefahren zu lang getragener Hygieneprodukte, was durch bereitgestellte Tampons und Binden verhindert werden könne. Unterstützung erhielt der Antrag von Seiten der SPD-, der KAL/ Die PARTEI- und der GRÜNE-Fraktion. Letztere schlug mit einem Änderungsantrag einen Modellversuch vor, da die Stadt in ihrer Stellungnahme das Vorhaben als nicht finanzierbar auswies.

Damit waren die Antragsteller ebenso einverstanden wie mit der Ergänzung von KAL/Die PARTEI, vor allem städtische Jugendhäuser zu berücksichtigen, da junge Frauen nicht selten von unregelmäßigen Perioden überrascht würden. Eine ablehnende Haltung nahmen bei Enthaltung der FDP die übrigen Parteien ein: CDU-Stadträtin Dr. Rahsan Dogan verwies die Vermittlungsarbeit, „die Menstruation selbstständig und eigenverantwortlich im Dasein als Frau zu akzeptieren“ an die Gesellschaft: „Das kann die Stadt nicht leisten.“

Durch kostenlose Menstruationsprodukte würde ein Teil der Gesellschaft bevorzugt. Auch bei AfD (Ellen Fenrich: Antrag spiegelt „Minderheitenmeinung“) und FW/FÜR (Petra Lorenz: „Fühle mich nicht benachteiligt“) fand das Anliegen keine Zustimmung. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat dennoch den Änderungsantrag der Grünen und beauftragte die Verwaltung mit dem Pilotprojekt. -los-

 
 

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