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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. November 2021

Stadtgeschichte: Brauer und Burgherr

BRAUEREIBESITZER, Politiker und Wohltäter: Friedrich Hoepfner starb vor 100 Jahren. Foto: StAK

BRAUEREIBESITZER, Politiker und Wohltäter: Friedrich Hoepfner starb vor 100 Jahren. Foto: StAK

 

Vor 100 Jahren starb Friedrich Hoepfner

„Ritter von Neuschwanstein“ sollen ihn im Scherz seine Freunde genannt haben. Ganz so abwegig ist der Vergleich keinesfalls, denn so wie die Adligen im Mittelalter ihr eigenes Reich erschufen, setzte sich Friedrich Hoepfner mit der „Hochburg der Braukunst“ in der Oststadt ein Denkmal, das bis heute vom bürgerlichen Selbstbewusstsein des am 23. November vor 100 Jahre verstorbenen Kommerzienrates zeugt.

„Dank seiner Tüchtigkeit und Tatkraft, seines konzilianten und liebenswürdigen Wesens, seines großen Wohltätigkeitssinnes“ habe sich der 1846 in Eggenstein geborene Hoepfner „größten Ansehens und aufrichtiger Beliebtheit“ erfreut, würdigte der „Badische Beobachter“ in einem Nachruf. Friedrich Hoepfner hatte 1872 die Brauerei seines Vaters übernommen, die sich seinerzeit an der Ecke Kaiserstraße / Englerstraße befand. Da dort keine weitere Expansion möglich war, erwarb der junge Braumeister ein Grundstück auf der Gemarkung Rintheim und errichtete dort seine 1898 eröffnete neugotische „Bierburg“. Sie prägt mit ihren überdeutlichen Anklängen an Neuschwanstein nicht nur bis heute das Stadtbild der Fächerstadt, sondern steht zugleich beispielhaft für den Übergang des Brauwesens vom Handwerks- zum Industriebetrieb.

„Verständnis für die allgemeinen Fragen der Öffentlichkeit“, so die „Karlsruher Zeitung“, bewies Hoepfner durch sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement. So vertrat er die nationalliberale Partei von 1882 bis 1892 im Bürgerausschuss, ehe er – als einziger Bierbrauer – in den Stadtrat gewählt wurde und diesem bis 1911 angehörte. Hoepfner engagierte sich als Vorsitzender der Rheinhafenkommission ebenso wie in der Archiv-, Fest-, Arbeitsversicherungs- und Stadtgartenkommission. Aber auch in der „Vereinigung zur Erzielung rauchfreier Kesselfeuerung“ war Hoepfner präsent. Darüber hinaus wirkte der Brauereidirektor seit 1882 als Kirchenältester in der Baukommission der Christus- und Lutherkirche, sowie als Vorsitzender des Krankenkassenverbands. -eck-

 
 

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