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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Dezember 2021

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Karlsruhe leuchtet orange

UNTER LAUTEM GETROMMEL wurden vor dem Ständehaus orangefarbene Flaggen zum Inter-nationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gehisst. Foto: Müller-Gmelin

UNTER LAUTEM GETROMMEL wurden vor dem Ständehaus orangefarbene Flaggen zum Inter-nationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gehisst. Foto: Müller-Gmelin

DIE BELEUCHTUNG des Rathausturms in Orange ist ein sichtbares Zeichen gegen das soziale Problem. Foto: Müller-Gmelin

DIE BELEUCHTUNG des Rathausturms in Orange ist ein sichtbares Zeichen gegen das soziale Problem. Foto: Müller-Gmelin

 

Institutionen machen mit Beleuchtung und Flaggen aufmerksam auf alltägliches Problem

Karlsruhe leuchtet derzeit vielerorts orange. Seit dem 25. November, Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, sind verschiedene Gebäude von Institutionen und Unternehmen in der Symbolfarbe angestrahlt. Darunter sind das Konzerthaus und das Badische Staatstheater. Vor dem Ständehaus und an 17 weiteren Standorten wurden an dem Aktionstag zudem orangefarbene Flaggen gehisst.

Die Farbe steht für den Kampf gegen geschlechterspezifische Gewalt und wurde von den Vereinten Nationen gewählt. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hat in der Fächerstadt die Schirmherrschaft über die Aktion unter dem Motto „Karlsruhe wird orange“ übernommen.

Bürgermeister Martin Lenz sagte am Gedenktag: „Es ist wichtig, mit diesem Zeichen diesen Tag zu begehen.“ Als Stadt des Rechts, der Humanität, der Solidarität sei entscheidend, sich mit Präsenz der Gewalt entgegenzustellen. Auch Bürgermeister Dr. Albert Käuflein erklärte: „Wir setzen ein sichtbares Zeichen.“ Die städtische Gleichstellungsbeauftragte, Verena Meister, betonte, dass es wichtig sei, dass die Stadtgesellschaft auf die noch immer vorherrschende Gewalt gegen Frauen aufmerksam werde. Denn die Gewalt in Paarbeziehungen steige.

In Karlsruhe wurden dieses Jahr bisher 498 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet – in 235 Fällen leben Kinder mit im Haushalt. Zudem versuche in Deutschland jeden Tag ein Partner, seine Frau oder Ex zu töten – jeden dritten Tag gelinge es. Körperliche, sexuelle und zunehmend digitale Gewalt gehören bei Vielen zum Alltag. Hinzu kommen Frauen, die von Mobbing oder Genitalverstümmelung betroffen sind.

Karlsruhe hat ein großes Netz an Hilfs- und Präventivangeboten. Für betroffene Frauen gibt es unter anderem telefonische Beratung, niederschwellige Informationsbroschüren in verschiedenen Sprachen sowie Frauenhäuser. Für Männer gibt es spezielles Anti-Gewalt-Training, erklärte Jonas Prißler von der Beratungsstelle Gewalt.

Durch die Umsetzung der Istanbul- Konvention gebe es auch in Karlsruhe neue Impulse, erklärte Gleichstellungsbeauftragte Meister. Denn diese sei die stärkste rechtliche Grundlage. Bürgermeister Lenz freute sich darüber, dass Karlsruhe auf diesem Gebiet deutschlandweit eine Vorreiterrolle innehabe. Gleichzeitig zeigte er sich betroffen darüber, dass es kein größeres Engagement gibt. Die beleuchteten Gebäude erstrahlen noch bis zum 10. Dezember in Orange, dies ist der Internationale Tag der Menschenrechte. -gia-

 
 

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