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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Dezember 2021

Planungsausschuss: Festes Ausweichquartier für Schulen

AUF DIESEM AREAL des Stadterweiterungsgebiets „Zukunft Nord“ an der Erzbergerstraße plant die Stadt Karlsruhe, bis 2027 das Konzept „Zukunft Schule“ umzusetzen. Foto: Müller-Gmelin

AUF DIESEM AREAL des Stadterweiterungsgebiets „Zukunft Nord“ an der Erzbergerstraße plant die Stadt Karlsruhe, bis 2027 das Konzept „Zukunft Schule“ umzusetzen. Foto: Müller-Gmelin

 

Interimsmodell zu Sanierungsphasen ökologisch und ökonomisch sinnvoll / Planungsausschuss begrüßte Konzept / Frage nach Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs

War bisher bei der Sanierung von Schulgebäude die Aufstellung von Containern zumeist das Mittel der Wahl, um derweil den Unterrichtsbetrieb fortführen zu können, so will die die Stadt Karlsruhe künftig einen anderen Weg beschreiten. „Zukunft Schule“ heißt das Konzept für ein festes Übergangsgebäude, das dann von den Schülerinnen und Schülern der jeweils zur Erneuerung anstehenden Bildungseinrichtung genutzt werden soll.

Dieses voraussichtlich bis 2027 umgesetzte Vorhaben sei „sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll“, betonte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein bei der Vorstellung von „Zukunft Schule“ im Planungsausschuss.

Als Standort des neuen Gebäudes ist das Stadterweiterungsgebiet „Zukunft Nord“ an der Erzbergerstraße in der Nordstadt vorgesehen. Dort steht ausreichend Platz für ein Schulgebäude zur Verfügung, das in seiner Dimension einem fünfzügigen Gymnasium entspricht. Somit ist Platz auch für die großen innerstädtischen Gymnasien, die zur Sanierung anstehen und bei denen keine Möglichkeit zur Aufstellung von Container-Provisorien besteht. Mit der Errichtung eines „resilienten, hochwertigen und langlebigen Bauwerks“, so die Zielsetzung des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW), werden gleich mehrere Vorteile zusammengefasst.

Durch die geplante Nutzungsdauer von rund 20 Jahren können Planungs- und Materialkosten für Provisorien eingespart werden, die sich bei größeren Maßnahmen durchaus auf mehrere Millionen Euro belaufen. Hinzu kommt der ökologische Aspekt, denn ein festes, nach dem neuesten Stand der Technik geplantes Schulgebäude hat einen deutlich geringeren Energiebedarf. Zudem lassen sich die Anforderungen an Digitalisierung und moderne pädagogische Konzepte wesentlich besser umsetzen. Für die Zeit nach der Interimsschule kann sich HGW eine Nutzung beispielsweise als Stadtteil- oder Lernhaus vorstellen.

Aus den Reihen des Planungsausschusses wurde das Konzept einhellig begrüßt. Lediglich die Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs stellte Michale Zeh (SPD) in Frage: „Es genügt, wenn das Gebäude funktional wird.“ Auch Tilman Pfannkuch (CDU) warb dafür, angesichts der Haushaltslage „von geliebten Standards einstweilen Abstand zu nehmen“.

Lüppo Cramer (KAL/Die PARTEI) hingegen verteidigte den Wettbewerb, weil „wir über Jahrzehnte gute Erfahrungen gemacht haben“. Für den stellvertretenden HGW-Amtsleiter Andreas Ringle bietet ein Wettbewerb „die Chance, aus guten Entwürfen den besten auszuwählen“. Zudem könne man einen Großteil der Kosten voraussichtlich über Fördermittel abdecken. Wie Planungsamts-Leiterin Prof. Anke Karmann-Woessner ergänzte, bedürfe „eine wichtige städtebauliche Achse“ wie die Erzbergerstraße eines besonders sorgfältigen Vorgehens. -eck-

 
 

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